Login
Automatisierung

Der Faktor Zeit

Thumbnail
Max Riesberg, Wochenblatt
am
09.03.2017

München - Wir alle befinden uns, mehr oder weniger, in einem Hamsterrad. Ein Termin jagt den anderen. Wir pendeln von Ort zu Ort.

Max Riesberg

Oft scheint uns der Sinn darin nicht wirklich klar. Und doch, irgendwie bleibt uns nichts anderes übrig. Zeit ist Geld, sagt der Volksmund. Das gilt heute mehr denn je. Aber Zeit ist auch im immateriellen Sinn heute so wertvoll wie noch nie.

Auch in der Landwirtschaft sehen sich viele, vor allem die Familienbetriebe, tatsächlich in Zeitnot und stehen vor dem arbeitstechnischen Supergau. Der Spagat zwischen der alltäglichen Arbeit am Hof, der wirtschaftlichen Schieflage auf den Märkten, der zunehmenden gesellschaftlichen Ächtung, den scheinbar unüberwindbaren bürokratischen Hürden und dem Privatleben scheint zum halsbrecherischen Unterfangen zu werden. Dieser Druck geht auch in der viel gepriesenen bäuerlichen „heilen Welt“ nicht spurlos vorüber. Burnout ist längst auch in der Landwirtschaft angekommen. Da braucht man nichts schönreden.

Natürlich ist die Arbeitsorganisation auf jedem Betrieb und in jedem Unternehmen dass A und O, wenn es darum geht, Arbeitsspitzen zu mildern. Aber auch die Automatisierung von Arbeitsprozessen kann eine Möglichkeit sein, Entlastung für sich und die Familie zu schaffen.

Nach dem Siegeszug der Melkroboter, die im Jahre 1997 erstmals in einen bayerischen Milchviehstall Einzug hielten, machen es ihnen die Fütterungsroboter seit geraumer Zeit nach. Über 150 sogenannte automatische Fütterungssysteme sind inzwischen bayernweit im Einsatz. Die Betriebe, die diese Technik heute schon einsetzen, sind in der Mehrzahl zufrieden damit. Gerade in Familienbetrieben können die Roboter langfristig Arbeitskräfte ersetzen. Die Stallarbeit kann in Notzeiten von einer Person allein bewerkstelligt werden. Man gewinnt ein Stückchen Lebensqualität zurück. Und zu tun gibt es am Hof sowieso immer genug.

Auch interessant