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Ferkelerzeugung

Ferkelkastration - Backhaus spricht sich für den vierten Weg aus

Ferkel Kastration
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
30.10.2018

„Wir stehen jetzt kurz vor einem Durchbruch bei der chirurgischen Kastration unter örtlicher Betäubung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister.

Backhaus geht davon aus, dass die Zulassung entsprechender Lokalanästhetika – etwa des Mittels Lidocain –  in absehbar Zeit erfolgen wird „Die Ferkelkastration unter Lokalanästhesie stellt für die Tierhalter eine wirkliche Alternative dar. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die betäubungslose Ferkelkastration noch einmal um zwei Jahre aufschieben. Nur so können wir einen Strukturbruch in der Schweinewirtschaft verhindern“, sagte er weiter.

Der Minister verwies auf die Schwierigkeiten der Schweinehalter in Deutschland. Aktuell lägen die Preise für das Kilogramm Schweinefleisch mit 1,48 Euro um 12 Cent unter dem Mindestpreis für eine tragfähige Produktion von 1,60 Euro je Kilogramm. Das zeige, dass beim Verbraucher ein grundsätzliches Umdenken erforderlich sei. „Wir wollen Fleisch aus einer nachhaltigen und tierwohlorientierten Haltung. Und wir sind uns einig, dass wir die Tierproduktion in unserem Land über Gesetze und Verordnungen am besten kontrollieren und tierschutzgerecht gestalten können. Sollte das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration jetzt in Kraft treten, so wäre ein Großteil der schweinehaltenden Betriebe, insbesondere viele kleinere Familienbetriebe, nicht in der Lage, mit den bisher vorliegenden Alternativen weiterhin wirtschaftlich zu agieren. Diese Betriebe würden schließen, die Produktion würde in Länder auswandern, in denen die betäubungslose Ferkelkastration auch zukünftig erlaubt ist“, so Backhaus.

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