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Ferkelerzeugung

Ferkelkastration - Tierschutzbund gegen vierten Weg

Ferkel Stroh
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
09.01.2018

Der Tierschutzbund unterstellt den Verfechtern des vierten Weges, dass ihr Vorschlag nur darauf abziele, die geforderten Änderungen zu verzögern.

Der Tierschutzbund fordert den sofortigen Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration. Dabei spricht er sich auch gegen eine lokale Anästhesie aus. Dass einzelne Länder die Methode einsetzen, darf aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes kein Argument für den hiesigen Einsatz sein. Die Methode hält der Verband für nicht akzeptabel, da der Kastrationsschmerz damit nicht wirksam ausgeschaltet werde und die Tiere durch die Injektionen in die Hoden sogar zusätzlichem Schmerz und Stress ausgesetzt seien.

ISN bezieht Stellung

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands hat auf den jüngsten Vorstoß des Verbandes mit klaren Worten reagiert: "Den Schweinehaltern in Deutschland vorzuwerfen, die bekannten Alternativen zur betäubungslosen Kastration zu verzögern, ist eine Frechheit und geht an jeglicher Realität vorbei. Denn gerade bei diesem Thema haben die deutschen Schweinehalter mit viel Engagement die Alternativen – beispielsweise die Ebermast – vorangetrieben." Weil die verschiedenen Alternativen nun aber an ihre (Vermarktungs-)Grenzen stoßen würden, müssten weitere Lösungen her, wenn die Ferkelerzeugung auch zukünftig noch in Deutschland bleiben soll. Genau deshalb sei es fahrlässig, nicht auch den vierten Weg voranzutreiben – zumal für die Schweinehaltung wichtige Nachbarstaaten genau diesen Weg gehen würden.

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