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Rinderzucht

Frankens gelber Schatz

Gelbvieh Champions
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Christine Endres, Fleckvieh
am
24.05.2017

Dettelbach - Die Gelbviehzüchter feiern ihre Rasse mit der ersten Bundesschau. Über Generationen hinweg hat das Gelbvieh die Landschaft in Franken geprägt. Jetzt lebt sie wieder auf.

Stärke, Kraft und Widerstandsfähigkeit, all das sind Eigenschaften, die die fränkischen Ureinwohner auszeichnen. „Die Rasse Gelbvieh ist ein wahrer Schatz, den es zu bewahren gilt“, betonte der BBV-Vize-Präsident Günter Felsner im Rahmen der ersten Bundesgelbviehschau im unterfränkischen Dettelbach. Über Generationen habe das Gelbvieh die Landschaft in Franken geprägt, deshalb sei es  so wichtig, dieses Kulturgut auch heute zu erhalten, so Felsner. Auch dem Ltd. Ministerialrat Maximilian Putz und Albrecht Strotz, dem Zuchtleiter des Rinderzuchtverbandes Franken ist es ein Anliegen, die Vielfalt in der Rinderzucht und speziell das Gelbvieh zu erhalten.  Deshalb wird die staatliche Förderung für diese bedrohte Rasse nun aufgestockt: „Für Mutterkühe gibt es jetzt 50 Euro, für Milchkühe 70 Euro“, berichtete Putz.
Knapp 50 Bullen, Jungrinder und Kühe des gelben Frankenviehs wurden in die Dettelbacher Frankenhalle aufgetrieben und von Jost Grünhaupt, dem Zuchtleiter der Zucht- und Besamungsunion Hessen gerichtet. Eröffnet wurde die Bundesschau von den beiden Stieren Kasimir und Meixner. Mit dem Kelor-Sohn Kasimir von Rudi Loibl aus Prunn war ein stattlicher Vertreter der Nutzungsrichtung Fleisch zu sehen. Für die Doppelnutzung ging der Meirelli-Sohn Meixner vom BVN in den Ring, gezüchtet von Werner Wagner vom Kolbenhof.
Anschließend begann das Preisrichten mit den älteren Jungrindern. Grünhaupt setzte hier eine Isendorf-Tochter von Gerald Stumpf aus Seinsheim an die Spitze, die später auch den Bundessieg der Jungrinder holte. „Ein Tier mit sehr viel Harmonie von der Schulter über den Rücken bis hin zum Becken“, lobte er. In der Gruppe der jüngeren Rinder siegte die sehr gut entwickelte und mit einem breiten Becken ausgestattete Hannibal-Tochter Ina von Burkard Sauer aus Binsfeld.  Bei den Mutterkühen ging der Bundessieg an die Hernach-Tochter Tilla von Josef Kohler aus Seeramsmühle. „Sie hat sehr viel Kaliber, eine ausgeprägte Bemuskelung und mehr Breite und mehr Auslage als die anderen Kühe dieser Gruppe“, betonte der Preisrichter.
Die Gelbviehkühe der Doppelnutzung wurden in drei Gruppen gerichtet. Bei den Jungkühen siegte die Isaring-Tochter Zyklon von Wolfgang Kraus aus Hohestadt. „Diese Kuh hat einen korrekten Körperbau und zeigt das kompletteste Gesamtbild der Gruppe“, erklärte Grünhaupt. Bei den Kühen mit vier und mehr Kälbern stellte der Preisrichter die Insing-Tochter Gitta von Hans Himmelein aus Dornheim an die Spitze. In der Gruppe der Kühe mit zwei und drei Kälbern ging der Sieg ganz klar an die Isatin-Tochter Ilse von Samuel Kohl aus Sondheim. Bei dieser Kuh kam der Preisrichter ins Schwärmen: „Sie ist eine Werbeträgerin für die Rasse und zeigt, welches Potenzial das Gelbvieh hat.“ Beim anschließenden Finale kürte er sie auch zum Bundeschampion.

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