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Seuchen

Geflügelpest in Bayern - Lage weitgehend unverändert

Reiherenten
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
16.12.2016

München - Bislang sind in Bayern von der Vogelgrippe noch keine Nutztierbestände betroffen. An Wildvögeln wurde der Erreger in 25 Landkreisen nachgewiesen, in zwei bestehen Verdachtsfälle.

Der Freistaat Bayern ist in insgesamt 71 Landkreise sowie 25 kreisfreie Städte untergliedert. In 25 davon wurden Geflügelpestfälle festgestellt. Es gibt also durchaus noch weiße Flecken ohne Befund.

Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte das Auftreten der Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 in folgenden Landkreisen beziehungsweise Städten:

  1. Landkreis Lindau
  2. Landkreis Starnberg
  3. Landkreis Rosenheim
  4. Landkreis Traunstein
  5. Landkreis Weilheim-Schongau
  6. Landkreis Miesbach
  7. Landkreis Augsburg
  8. Landkreis Freising
  9. Landkreis Ostallgäu
  10. Landkreis Unterallgäu
  11. Landkreis Landshut
  12. Landkreis Rottal Inn
  13. Landkreis Straubing-Bogen
  14. Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
  15. Landkreis Landsberg am Lech
  16. Landkreis Ebersberg
  17. Landkreis Hof
  18. Landkreis Erding
  19. Landkreis Neu-Ulm
  20. Landkreis Aichach
  21. Landkreis Roth
  22. Landkreis Donau-Ries
  23. Stadt Nürnberg
  24. Stadt Ingolstadt
  25. Stadt München

Außerdem hat das LGL bei Wildvögeln im

  1. Landkreis Neuburg Schrobenhausen
  2. Landkreis Weissenburg-Gunzenhausen

Erbgut vom Subtyp H5 nachgewiesen. Diese Proben sind zur Bestätigung, weiteren Subtypisierung und Pathogenitätsbestimmung an das Nationale Referenzlabor, Friedrich-Loeffler-Institut, weitergeleitet worden.

Aufstallpflicht und Ausstellungsverbot in Bayern

Am 18. November 2016 hat das Bayerische Staatministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet, um die Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit.

Des Weiteren hat das Bayerische Umweltministerium veranlasst, dass ein bayernweites Verbot für Ausstellungen und Märkte mit Geflügel angeordnet wird. Für die Anordnung der Maßnahmen sind ebenfalls die Kreisverwaltungsbehörden zuständig.

Außerdem müssen Geflügelhalter  die Eilverordnung des Bundes beachten: verordnungueberbesondereschutzmassregelninkleinengefluegelhaltungen.pdf

Schleswig-Holstein hebt erstmals Restriktionsgebiete auf

Schleswig-Holstein ist weiterhin von der Geflügelpest betroffen. So wurde jüngst im Kreis Plön bei zwei weiteren Seeadlern der hochpathogene aviäre Influenza-Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen. Genauso wurden in bekannten Gebieten Geflügelpest bei weiteren Wildvögeln festgestellt. Zugleich können aber erstmals seit Ausbruch der Geflügelpest auch Restriktionsgebiete aufgehoben bzw. die Maßregeln angepasst werden.

Veränderungen haben sich in einigen Restriktionsgebieten, welche aufgrund Geflügelpestnachweisen bei Wildvögeln errichtet wurden, ergeben. Werden über drei Wochen in Untersuchungen in Hausgeflügelbeständen und der Wildvogelpopulation keine erneuten Fälle nachgewiesen, werden gemäß Geflügelpest-VO die Anforderungen im Sperrbezirk (drei Kilometer um den Nachweis-Ort) mit denen im Beobachtungsgebiet (weitere sieben Kilometer) gleichgestellt.

Dies betrifft konkret einige Sperrbezirke im Kreis Plön (z.B. Laboe), alle Sperrbezirke des Kreises Segeberg sowie von morgen (16.12.2016) an alle Sperrgebiete des Kreises Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg. Dort entfällt dann gemäß Geflügelpest-Verordnung das Verbringungsverbot für gehaltene Vögel, Bruteier, Fleisch und Fleischerzeugnisse von gehaltenen Vögeln oder Federwild. Weiterhin gilt beispielsweise jedoch, dass Hunde und Katzen nicht frei umherumlaufen und gehaltene Vögel nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden dürfen.  Weitere Informationen bzgl. Maßregeln und Gebietskulissen können durch das jeweils zuständige Veterinäramt mitgeteilt werden.

Das landesweite Aufstallungsgebot, die Einhaltung der strengen Biosicherheitsmaßregeln sowie die Empfehlung der obersten Jagdbehörde auf Jagd von Wasserwild zu verzichten, gilt es weiterhin zu beachten und penibel umzusetzen.

In Deutschland sind zurzeit 14 Bundesländer von der Geflügelpest betroffen. Als letztes Land kam Thüringen hinzu.

In Niedersachsen Nachweis in Veredlungshochburg

In Damme, Landkreis Vechta, ist am Mittwoch, 14.12.2016 der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt worden. Die vom Landkreis Vechta daraufhin erlassene Tierseuchenbehördlliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest bei Nutzgeflügel hat auch Auswirkungen auf die Schweinehalter im Sperrbezirk. Sie müssen nun Genehmigungen für den Schweinetransporte beim Veterinäramt beantragen.

Schweine haltende Betriebe, die im Sperrbezirk liegen und in den nächsten Tagen Schweine aus dem Betrieb bzw. in den Betrieb transportieren wollen, sollten rechtzeitig vorher beim Veterinäramt des Landkreises Vechta einen formlosen Antrag zur Genehmigung des Transports stellen. Darauf wies die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hin. Der Antrag wird dann vom Veterinäramt schnellstmöglich unter Betrachtung der Seuchensituation geprüft. Insbesondere, wenn auf dem Betrieb kein Geflügel vorhanden ist, dürfte einer kurzfristigen Verbringungsgenehmigung kaum etwas im Weg stehen.

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