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Seuchen

Geflügelpest in Bayern nun schon über drei Monate

Reiherenten
pd
am
13.02.2017

München - Für die nun völlig unverschuldet auf die Geflügelhalter zukommenden Probleme hat Bauernpräsident Walter Heidl von der bayerischen Politik aktuell Lösungen eingefordert.

Nach wie vor unbefristet gilt bayernweit die Mitte November von Umweltministerin Ulrike Scharf angeordnete Aufstallungspflicht für Hausgeflügel und ein Verbot von Geflügelausstellungen und -märkten. Außerdem gelten nach einer Eilverordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums befristet bis 20.05.2017 bundesweit die in der Geflügelpest-Verordnung festgelegten Biosicherheitsmaßnahmen auch für Geflügelbestände mit weniger als 1.000 Tieren.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat immer wieder Geflügelpest bei Wildvögeln in Bayern nachgewiesen. Betroffen sind mittlerweile 34 Landkreise und kreisfreie Städte in allen Regierungsbezirken. Bundesweit gibt es Fälle in allen Bundesländern außer dem Saarland.

Seit Jahresanfang hat die Geflügelpest bayerische Hausgeflügelbestände erreicht. Es handelte sich zunächst um vier kleinere Bestände in den Landkreisen Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Regensburg (2x) und Hof sowie um einen Wildpark im Landkreis Schwandorf. Am 8.2. wurde vom FLI hochpathogene Geflügelpest vom Typ H5N8 in einem Putenbestand mit rund 10.000 Tieren im Landkreis Straubing-Bogen bestätigt. Sowohl bei den Wildvogel- als auch den Hausgeflügelfällen haben die Veterinärbehörden die gesetzlich festgelegten Maßnahmen erlassen und die Bestände im Umkreis sowie Kontaktbestände untersucht. Deutschlandweit handelt es sich mittlerweile um mehr als 40 Fälle bei Hausgeflügel. Zum Schwerpunkt der Epidemie hat sich Niedersachsen entwickelt, wo bis dato 18 Fälle bei Hausgeflügel festgestellt wurden.

Frist verstreicht

Die Situation in Deutschland ist eingebettet in ein massives Seuchengeschehen in ganz Mitteleuropa und darüber hinaus.

Wenn sich nichts ändert, wird die Aufstallungspflicht ab dieser Woche massive Erlöseinbußen für Freiland-Legehennenhalter zur Folge haben. Am 18. November 2016 hat das Bayerische Staatministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Die EU-Vermarktungsnormen legen nun fest, dass selbst bei einer amtlich angeordneten Aufstallung im Seuchenfall die Eier nur für zwölf Wochen weiter als Freilandware vermarktet werden dürfen.

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