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Bundeslandwirtschaftsministerium

Geflügelpest - Eilverordnung gilt ab heute bundesweit

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
21.11.2016

Berlin - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat eine Eilverordnung erlassen, mit der auch kleine Betriebe verpflichtet werden, Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest zu treffen.

Reiherente

Die Verordnung ist heute, am Montag, 21. November, in Kraft getreten und ergänzt die bestehende Geflügelpestverordnung. Verordnung ueber besondere Schutzmassregeln in kleinen Gefluegelhaltungen des Bundes.pdf

In Bayern gilt bereits die landesweite Stallpflicht. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden, in der Regel sind das die Landratsämter, durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit. Die Stallpflicht gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatpersonen, die Geflügel halten. In den Allgemeinverfügungen sind ebenfalls Regeln zu den zu ergreifenden Schutzmaßnahmen aufgeführt. Die Allgemeinverfügungen sind in der Regel auf den Internetseiten der Kreisverwaltungen als PDF abrufbar.

Außerdem hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein Merkblatt für Geflügelhalter erstellt. Darin sind ebenfalls Sicherheitsmaßnahmen aufgeführt

In Bayern ist bislang noch kein Befall von Nutztieren mit Geflügelpest nachgewiesen. Bundesweit gibt es aber  bereits mehrere Fälle. Bislang hat das Friedrich-Loeffler-Institut den Ausbruch der Geflügelpest in fünf Betrieben bestätigt (Stand 18.11.2016):

  • 17. November: Hausgeflügelhaltung mit 74 Enten, Hühnern und Tauben (Mecklenburg-Vorpommern, bei Sundhagen, LK Vorpommer-Rügen) )
  • 16. November: Hausgeflügelhaltung mit 77 Hühnern und 40 Tauben (Mecklenburg-Vorpommern, Glöwitz bei Barth, LK Vorpommern-Rügen)
  • 12. November: geschlossene Geflügelhaltung mit 30.000 Tieren (Schleswig-Holstein)
  • 12. November: Hausgeflügelhaltung mit 58 Tieren (Mecklenburg-Vorpommern, Mesekenhagen, LK Vorpommern-Rügen )
  • 11. November: Hobbygeflügelhaltung (Schleswig-Holstein)

Außerdem hat das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein am 19. November 2016 mitgeteilt, dass zudem in einem gänsehaltenden Betrieb in der Region Dithmarschen ein zunächst niedrigpathogenes aviäres Influenzavirus H5 durch das FLI festgestellt wurde. Der hochpathogene Geflügelpesterreger H5N8 wurde bislang nicht nachgewiesen. Weitere Analysen laufen. Es handelt sich um einen Standort mit etwa 1.800 Gänsen.

Am zweiten Standort des gleichen Gänsebetriebes wies das Landeslabor am Samstag, 19. November 2016, in Neumünster das Vorkommen des Virussubtyps H5 nach. Auch für diesen Bestand mit etwa 7.000 Gänsen laufen die weiteren Analysen des FLI, um zu prüfen, um welchen Subtyp es sich handelt und ob es niedrig- oder hochpathogen ist.

Entsprechend der Geflügelpestverordnung bereitet die zuständige Kreisveterinärbehörde für beide Standorte die Tötung der insgesamt rund 8.800 Gänse vor. Denn auch beim Nachweis niedrigpathogener aviärer Influenzaviren des Subtyps H5 (oder auch H7) sowie beim H5-Verdacht ist die Tötung des Bestandes gesetzlich vorgeschrieben. Grund ist, dass die Viren der Subtypen H5 und H7 in Geflügel spontan zu einer hochpathogenen Form mutieren können.

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