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Schleswig-Holstein

Geflügelpest - es wird wieder gekeult

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Schleswig-Holstein
am
22.11.2016

Kiel/Heide - In zwei Gänsehaltungen im Kreis Dithmarschen mit insgesamt 3.800 Tieren ist die niedrigpathogene Aviäre Influenza des Subtyps H5 amtlich festgestellt worden.

Hausgans

Dies haben die Analysen des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) - dem nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza - ergeben. Wie das Landwirtschaftsministerium heute (22. November 2016) mittteilte, müssen nun der Geflügelpest-Verordnung entsprechend die Tiere in diesen beiden Betrieben getötet werden. Bei einem dritten Betrieb desselben Inhabers konnte indes kein Influenza H5-Virus nachgewiesen werden.

"Es gilt zu verhindern, dass die Viren des Subtyps H5 in dem Geflügel spontan zu einer hochpathogenen Form mutieren und sich weiterverbreiten. Deshalb ist die Tötung der insgesamt rund 3.800 Tiere in den beiden betroffenen Haltungen vorgeschrieben. Das ist angesichts der landes- und bundesweiten Ausbreitung der hochpathogenen Aviären Influenza des Subtyps H5N8 umso dringlicher", sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck.

Bei den Geflügelhaltungen handelt es sich um zwei Betriebe eines Inhabers. Das FLI wies zum einen für einen Mastbetrieb in Gudendorf mit rund 2.000 Tieren niedrigpathogenes (gering krankmachendes) Influenzavirus des Subtyps H5 nach. Diese Tiere sollen von heute Vormittag an von einer bundesweit tätigen Spezialfirma in einem tierschutzgerechten Verfahren getötet werden. Für Proben aus dem Betrieb in Eddelak mit rund 1.800 Zuchtgänsen wurde ebenfalls der niedrigpathogene Erreger H5 amtlich festgestellt. Die Tiere sollen voraussichtlich am Mittwoch getötet werden.

Aufgrund der räumlichen Nähe wurden auch Zuchtgänse eines anderen Betriebes desselben Inhabers in Gudendorf beprobt und untersucht. "Nach gründlicher Untersuchung mit negativem Ergebnis und einer Risikobewertung müssen diese 5.000 Tiere nicht getötet werden", sagte Landrat Dr. Jörn Klimant. Der Betrieb ist räumlich und organisatorisch komplett vom Mastgänsebetrieb in Gudendorf getrennt. So liegt er auf der anderen Straßenseite und hat ein eigenes Betriebsmanagement. Die zuständige Kreisveterinärbehörde wird die Tiere trotzdem zur weiteren Absicherung der Risikobewertung noch engmaschiger klinisch untersuchen und regelmäßig Proben nehmen. Der Betrieb ist vorsorglich bis auf weiteres gesperrt.

Alle Standorte sind abgesperrt. Fremde Personen dürfen die Gelände aus Gründen des Tierseuchenschutzes nicht betreten. Landwirtschaftsminister Robert Habeck und Landrat Dr. Jörn Klimant appellierten dringend, sich daran zu halten. Verstöße gegen Regelungen auf Basis des Tiergesundheitsgesetzes sind Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeldern bis zu 30.000 Euro geahndet werden können. Die fahrlässige oder vorsätzliche Verschleppung von Tierseuchen ist strafbar.

Ist die niedrigpathogene Aviäre Influenza bei Hausgeflügel festgestellt, ist durch die zuständige Behörde ein Sperrgebiet von mindestens 1 Kilometer Radius um den jeweils betroffenen Bestand einzurichten.

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