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Niedersachsen

Geflügelpest - großer Nutztierbestand vor Keulung

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
am
23.11.2016

Hannover - Es gibt einen Verdacht auf Geflügelpest bei Nutzgeflügel im Landkreis Cloppenburg. Betroffen ist eine Mastputenbestand – 16.000 Tiere müssen getötet werden.

Erstmals gibt es in Niedersachsen in einem Betrieb mit Nutzgeflügel den Verdacht auf Ausbruch der Geflügelpest. Betroffen ist ein Mastputenbestand mit rund 16.000 Tieren im Landkreis Cloppenburg.

In der Nacht zu heute (Mittwoch) hat das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) den Verdacht auf Geflügelpest bestätigt. Die Proben zur Bestätigung und weiteren Differenzierung wurden an das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems geschickt. Dort wird untersucht, um welchen Subtyp es geht und ob es sich um die niedrig- oder hochpathogene Variante der Vogelgrippe handelt. Der Landkreis Cloppenburg hat auf Grundlage der Geflügelpest-Verordnung die Tötung der Tiere angeordnet.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat heute während der laufenden Landtagssitzung die Abgeordneten über die Entwicklung unterrichtet. Meyer erneuert im Übrigen seinen Appell an die Geflügelhalter, „strikt die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten". Das gelte vor allem mit Blick auf Hygienevorkehrungen durch Schleusen, Desinfektionsmatten, Schutzkleidung und Handwaschbecken. Meyer: „Zutritt zu den Beständen sollten zudem allein die Tierhalter haben." Ebenso wichtig sei ein Schutz vor Schadnagern wie Ratten und Mäuse, damit diese nicht in Ställe gelangten und das Virus so übertragen werden könne.

Der Agrarminister wies überdies auf das im LAVES eingerichtete Bürgertelefon hin: Unter der Telefonnummer 0441/57026-444 ist insbesondere für Geflügelhalter eine Info-Hotline freigeschaltet, um sie bei der Umsetzung der geltenden Vorschriften zu unterstützen. Die Experten der LAVES-Task Force Veterinärwesen sind von montags bis freitags unter dieser Telefonnummer zu erreichen. Außerdem hat das Agrarministerium Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung und Geflügelhobbyhaltungen zusammengestellt. Dieser Kriterienkatalog ist einzusehen unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.

Mit Verweis auf die Risikoeinschätzung des FLI wies Agrarminister Christian Meyer die Forderung der Opposition nach einer landesweiten Aufstallung zurück. Meyer: „Auch das nationale Referenzlabor empfiehlt eine risikobasierte Aufstallung, also zum Beispiel bei hoher Geflügeldichte und in avifaunistisch bedeutsamen Gebieten. Genau das haben wir in Niedersachsen gemacht, genau nach dem Prinzip haben die Landkreise sehr verantwortlich gehandelt." Das gelte auch für den Landkreis Cloppenburg, der längst eine kreisweite Aufstallung angeordnet habe. Meyer: „Hinzu kommt, dass es sich hier um einen Betrieb handelt, dessen Tiere im Stall und also gar nicht im Freiland gehalten worden sind."

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