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Tierseuchen

Geflügelpest - Der Norden rüstet sich

Wildenten
pd
am
03.11.2017

Gut ein Jahr nach Beginn der schwersten Geflügelpestepidemie in Europa steigt die Gefahr durch eine erneute Infektionswelle wieder an.

Vor allem die Küstenländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wappnen sich. Die Geflügelpest hatte im Winter und Frühling 2016/17 in Schleswig-Holstein grassiert. Europaweit waren – und sind teilweise - immer noch 29 Staaten betroffen. Jüngst gab es auch in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bei Wildvögeln erneute Nachweise des hochpathogenen, also stark krankmachenden Erregers vom Subtyp H5N8.

Die Tierseuche kann grundsätzlich über verschiedene Wege in die Ställe gelangen. Zu den Infektionsquellen gehören der Geflügelhandel, Verschleppungen von infizierten Betrieben zu anderen, aber auch der direkte und indirekte Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln z.B. über verunreinigtes Futter, Einstreu, Gegenstände oder Schuhe.

Um einem Eintrag vorzubeugen, gelten unter anderem Import- bzw. Verbringungsverbote für Geflügel aus Ländern oder Regionen, in denen Geflügelpest nachgewiesen wurde. Ebenso unterliegen größere Geflügelbetriebe grundsätzlich strengen Hygieneregeln (Biosicherheitsmaßnahmen), die penibel einzuhalten sind, um einen indirekten Eintrag zu vermeiden.
Um die Tierseuche früh zu erkennen, findet zudem ein kontinuierliches Monitoring von Hausgeflügel statt; in diesem Rahmen sind für 2017 in Schleswig-Holstein mindestens 400 Proben vorgesehen. Beim jetzt intensivierten Wildvogelmonitoring liegt die Zahl in etwa in gleicher Größenordnung. Dieses Monitoring findet unabhängig von einem konkreten Seuchengeschehen statt.

Auch kleine Betriebe und Hobbyhalter sind gefordert

„Aber auch kleine Betriebe und Hobbyhaltungen können mit verschiedenen Mitteln einer Infektion vorbeugen und so ihre Tiere schützen“, sagte dei schleswig-holsteinische Staatssekretärin Anke Erdmann. Dazu gehört, dass Geflügel nur mit Leitungswasser getränkt wird, Futterstellen und Tränken sollten nicht für Wildvögel zugänglich sein und Futter, Einstreu und Gerätschaften geschützt vor Wildvögeln gelagert werden.

Weiter sollten beispielsweise Neuankömmlinge in den Haltungen für einige Tage vom Rest der Herde getrennt werden (Quarantänehaltung). Auch Hygienemaßnahmen sind wichtig. Halterinnen und Halter sollten extra Stallkleidung tragen und sie regelmäßig über 60 Grad waschen.

Staatliche Schutzmaßnahmen

Bei einem Ausbruch der Geflügelpest kommen verschiedene staatliche Schutzmaßnahmen zum Tragen. Das sind beispielsweise Beschränkungen für den Geflügelhandel, für Tiertransporte, das Verbringen von Fleisch aus Schlachtbetrieben sowie die Aufstallung von Geflügel in den Restriktionszonen. Wo, wie weit und wie lang über diese Zonen hinaus Geflügel aufzustallen ist, hängt von der konkreten Seuchenlage und der Risikoabschätzung ab.

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