Login
Schlewig-Holstein

Geflügelpest - Tierhaltung mit 30 000 Hühnern betroffen

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
am
14.11.2016

Kiel - In Schleswig-Holstein ist die Geflügelpest mittlerweile in sechs Landkreisen nachgewiesen worden.

Legehühner

In einer Geflügelhaltung mit 30.000 Hühnern im Kreis Schleswig-Flensburg ist Geflügelpest festgestellt worden. Am Sonntag hat die Keulung des Tierbestands begonnen, nachdem das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) am Samstag den hochpathogenen Erreger des Subtyps H5N8  nachgewiesen hatte.

"Dass der gesamte Bestand getötet werden muss, ist hart, aber notwendig, um die Ausbreitung der Geflügelpest nach Möglichkeit einzudämmen", sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck.

 

Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet eingerichtet

Der Kreis Schleswig-Flensburg richtete am Samstag einen Sperrbezirk von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von weiteren sieben Kilometern um die Anlage herum ein. Die Polizei sperrte den Betrieb ab, außerdem wurden Hygieneschleusen eingerichtet. Aus Gründen des Tierseuchenschutzes ist es fremden Personen untersagt, das Gelände zu betreten. Landwirtschaftsminister Robert Habeck und Landrat Wolfgang Buschmann appellierten dringend, sich daran zu halten. Verstöße gegen Regelungen auf Basis des Tiergesundheitsgesetzes sind Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeldern bis zu 30.000 Euro geahndet werden können. Die fahrlässige oder vorsätzliche Verschleppung von Tierseuchen ist strafbar.

Experten untersuchen Ursache der Einschleppung

Seit Mittwoch hatte es in dem Betrieb vereinzelte Todesfälle bei Hühnern in der Anlage gegeben, die zunächst in Zusammenhang dem Ausfall einer Lüftung gebracht wurden. Der Tierhalter beauftragte ein privates Labor mit Probennahmen. Nachdem diese Ergebnisse am Freitag einen ersten, aber nicht amtlichen Verdacht ergaben, wurde unmittelbar amtliche Proben genommen und noch in der Nacht zum Samstag von FLI analysiert. Das FLI wird ein Team von Epidemiologen nach Schleswig-Holstein schicken, um die Ursache der Einschleppung zu klären.

Bei der Geflügelfarm im Kreis-Schleswig-Flensburg handelt es sich um einen Zuchtbetrieb – die Eier sind Bruteier und nicht für den Konsum bestimmt. Die letzte Lieferung ging am Montag noch vor Erkrankung der Tiere heraus, und zwar nach Dänemark. Weitere Untersuchungen laufen. Schleswig-Holstein hat den Bund darüber verständigt, damit er die zuständigen Behörden in Dänemark informieren kann.

Strengere Regeln auch für kleine Geflügelhaltungen

Habeck sagte weiter: "Wir werden in Schleswig-Holstein die Sicherheitsvorkehrungen noch weiter verstärken. So werden wir auch für kleine Geflügelhaltungen Biosicherheitsmaßnahmen, also strengste Hygienevorschriften vorschreiben. Damit gehen wir über die vom Bund in der Geflügelpest-Verordnung vorgegebenen Maßnahmen hinaus. Das ist erforderlich, um die Risiken zu minimieren. Dennoch: Weitere Fälle sind nicht auszuschließen." Eine entsprechende Allgemeinverfügung des Landes soll am Sonntag veröffentlicht werden, Landwirte erhalten eine Handreichung für die kleineren Geflügelhaltungen (unter 1000 Tiere).

 

Mit Material von Geflügelpest bei Wildvogel in sechs Kreisen

Seit vergangenem Wochenende sind vor allem im östlichen Landesteil Schleswig-Holsteins zahlreiche tote Wildvögel aufgefunden worden, insbesondere Reiherenten, aber auch Graugänse und Schwäne. Am Dienstag stellte das FLI den ersten Fall von Geflügelpest des Subtyps H5N8 fest. Seitdem konnte das Virus in den Kreisen Plön, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Segeberg sowie in Lübeck festgestellt werden. Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde ein Verdacht bei Wildvögeln bestätigt.

Auch bundesweit ist die Geflügelpest des Subtyps H5N8 in weiteren Regionen nachgewiesen worden, nach Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern nun auch in Sachsen. Zudem wurde sie in Dänemark, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Ungarn und Polen bestätigt.

Auch interessant