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Seuchen

Geflügelpest - über 1000 Nachweise

Reiherenten
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
03.03.2017

Kiel/Riems/Erlangen - Bundesweit wurde seit Ausbruch der Tierseuche im November 2016 die Geflügelpest in 1.089 Fällen bei Wildvögeln und in 78 Fällen bei gehaltenen Vögeln (Geflügelhaltungen, Zoos und Tierparks) amtlich festgestellt.

Diese Zahlen gab heute das Landwirtschaftsministerium in Kiel bekannt. Geflügelpestnachweise erfolgten in Deutschlandweit bislang bei 47 Wildvogelarten. Außerdem gibt es auch in vielen Ländern Europas, Asiens und Afrika Ausbrüche der Geflügelpest in zahlreichen Hausgeflügelbeständen und in der Wildvogelpopulation. Mittlerweile sind 26 europäische Staaten von H5N8-Ausbrüchen betroffen.

Neues Infomaterial für Geflügelhalter

Zur Ergänzung des Merkblatts "Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen" hat das FLI eine übersichtliche Infografik erstellt, die auf einen Blick zeigt, wie Geflügelhalter ihr Nutzgeflügel vor der Geflügelpest schützen können. Auch wenn das Geflügel bereits aufgestallt ist, ist die strenge Einhaltung bestimmter Hygienemaßnahmen unerlässlich. Die Übertragung von Influenzaviren im Geflügel erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Kontakt mit viruskontaminierten Materialien wie Einstreu, Gerätschaften, Schuhwerk, Schutzkleidung und dergleichen. Wie diese Eintragsrisiken minimiert werden können, zeigt die Infografik.

Bayern - Fälle in allen sieben Regierungsbezirken nachgewiesen

Mittlerweile wurde in zahlreichen Landkreisen und Städten in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken bei Wildvögeln das hochpathogene Influenza A-Virus vom Subtyp H5N8 nachgewiesen. Auch in mehreren Geflügelbeständen und einem Wildpark wurde die hochpathogene Form dieser Tierseuche festgestellt. Die landesweit ergriffenen Maßnahmen wie zum Beispiel das Aufstallungsgebot sind daher weiterhin notwendig, um einen weiteren Eintrag der Geflügelpest aus der Wildvogelpopulation in Hausgeflügelbestände möglichst verhindern.

Nach Aufzeichnungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist der Erreger bei Hausgeflügelbeständen zuletzt im Landkreis Kitzingen in einer kleinen Hühner-Hobbyhaltung aufgetreten. Zuvor wurde das hochpathogene Influenza-A-Virus vom Subtyp H5N8 in einem Geflügelbestand im Landkreis Hof, in zwei kleinen Hobbygeflügelbeständen im Landkreis Regensburg, in einem Putenbestand im Landkreis Straubing und in einem Hobbygeflügelbestand im Landkreis Neustadt-Aisch sowie in einem Wildpark und einem Geflügelzuchtverein im Landkreis Schwandorf nachgewiesen. Die jeweils zuständigen Veterinärämter haben umgehend die erforderlichen Maßnahmen laut Geflügelpestverordnung ergriffen.

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