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Tierwohl

Da geht’s nur um Profilierung

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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
11.05.2017

München - Tierwohl, Tierwohl, nichts als Tierwohl – und alle wissen es besser als die Bauern.

So meint der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, im Zusammenhang mit einer nationalen Nutztierstrategie: „Das Tierschutzgesetz und die Nutztierhaltungsverordnung sind zu stark an den Interessen der Tiernutzer und zu wenig an denen der Tiere orientiert. Die Landwirte wurden durch Berater und Funktionsriegen in den Verbänden bei Investitionen in Haltungssysteme in eine Richtung gelenkt, die den Tierschutz außer Acht lässt.“ Schröder fordert eine gesetzliche Anpassung, um die größten Missstände wie etwa „die millionenfachen Amputationen am Tier“ abzuschaffen.

Wahnsinn! Das Wohlergehen der Tiere liegt den Landwirten schon seit jeher am Herzen. Unseren Nutztieren ging es noch nie so gut wie heute. Noch nie wurde sich so viel mit Tierhaltung und -gesundheit auseinandergesetzt. Auch die LfL ist auf diesem Gebiet aktiv. So finden z. B. immer wieder Versuche zum Schwanzbeißen statt. Dass es hier auf jedes Detail ankommt und eine Lösung nicht so einfach ist, wie das die Tierschützer verkünden, zeigen die diversen Versuchsergebnisse. Das Kupieren des gefühllosen letzten Schwanzdrittels verursacht keine Schmerzen. Wenn Caudophagie im Stall ausbricht, ist dagegen das Tierleid unvorstellbar groß. Mit einem Kupierverbot wird kein Tierwohl gefördert. Vielmehr erreichen die Tierschützer damit, dass es immer weniger bayerische Schweinehalter gibt. Die Produktion wird dann im Ausland unter viel weniger tierfreundlichen Bedingungen stattfinden.

Wird in Deutschland etwas zum Thema Tierwohl gemacht, steigt der Deutsche Tierschutzbund ja erfahrungsgemäß wieder schnell aus. Geht es hier wirklich um Verbesserungen für die Tiere oder um die eigene Profilierung?

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