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Tierschau

Ein Genuss für Jung und Alt

Ariane Haubner
am
15.09.2016

Aibling - Die VZG Aibling feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit einer großen Fleckviehschau.

Siegerin bei den Altkühen

Um die Zucht, vor allem der Simmentaler, zu ihrer Blüte zu bringen und den Viehmärkten eine gedeihliche Entwicklung zukommen zu lassen, kann nichts förderlicher sein, als eine Zuchtgenossenschaft.“ Gesagt, getan. Mit dieser Vorstellung ging Fritz von Weidenbach in die entscheidende Züchterversammlung, als deren Folge im Herbst 1891 die ersten Viehzuchtgenossenschaften (VZG) gegründet wurden. Darunter auch die VZG Aibling, die somit in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiern kann.

Und das tat sie am vergangenen Sonntag in der Oberlandhalle in Miesbach mit einer großen Fleckviehschau für Jung und Alt. „Es ist ein besonderer Genuss zu erleben, mit wie viel Stolz, Ehrgeiz und vor allem Herzblut jede einzelne Züchterfamilie durch ihren tatkräftigen Einsatz an dieser Tierschau mitwirkt und wie das große Interesse an Landwirtschaft und speziell an der Rinderzucht in den bayerischen Zuchtverbänden noch von Generation zu Generation weitergegeben wird“, erklärte Lothar Schechner, der 1. Vorsitzende der VZG Aibling.

263 Mitglieder mit rund 13 000 Kühen sind der VZG angeschlossen und 58 von ihnen beschickten die Schau mit 87 ihrer besten Kühe. Den Veranstaltern war aber auch die nächste Züchtergeneration ein großes Anliegen und somit nahmen am Bambiniwettbewerb, der in bewährter, charmanter Weise von Christa Rappensberger moderiert wurde, rund 35 Kinder teil. Der jüngste Starter war erst vier Jahre alt.

Als Preisrichter der Schau hatte Ernst Grabner aus Österreich zugesagt. Der Zuchtleiter der NÖ-Genetik, der auch das Fleckvieh am ZLF rangieren wird, zeigte sich begeistert von den ausgestellten Kühen, welche die ganze Vielfalt der Rasse repräsentierten.

Rangiert wurde von jung nach alt: Zum Champion der Erstlingskühe machte Grabner die ausgeglichene, Walch-Tochter Hansi von Andreas Holzmair aus Willing, ihr folgte die Inros-Tochter Persi von der Bichl GbR aus Oberreit, die bei gutem Rahmen mit überragendem Fundament aufwarten konnte.

Champion mittel wurde die körperstarke, mit bestem Euter und Fuß ausgestattete Rockstar-Tochter Granada von Hubert Niedermair aus Feldkirchen-Westerham. Sie lief vor der harmonischen, stabilen Manitoba-Tochter 702 von Georg Huber aus Tuntenhausen.

„Eine Kuh, wie man sie in ihrer Qualität nur noch selten sieht“, so lautete Grabners Kommentar zur Championkuh alt, der Imen-Tochter Nummer von Christian Kolb aus Wiechs. „Eine Kuh mit sechs Kalbungen, die noch so frisch und jugendlich dasteht mit straffer Oberlinie und bestem Euter“, lobte der Preisrichter. Zum Reservechampion kürte er die Roch-Tochter Welle, eine tiefrumpfige und leistungsstarke Kuh mit sieben Kalbungen von Hubert Niedermair.

Abgerundet wurde der Tag durch zwei Nachzuchtgruppen (Vlado und Erbhof), ein Schätzspiel der EG Miesbach und einer Jungzüchtertombola, bei der es unter anderem ein weibliches Zuchtkalb zu gewinnen gab. Bei so viel Engagement von allen Seiten dürften die nächsten 125 Jahre der VZG gesichert sein.

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