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Internationaler Milchmarkt

GlobalDairyTrade-Index legt erneut um 4,5% zu

aiz
am
18.11.2016

Auckland - Für alle gehandelten Molkereiprodukte sind die Notierungen gestiegen.

Nachdem bei der vorangegangenen Auktion an der internationalen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) Anfang November ein deutlicher Aufwärtstrend der Notierungen registriert wurde, kam es diese Woche beim jüngsten Event zu einem weiteren Anstieg. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, erhöhte sich um 4,5%. Dabei wurde bei allen gehandelten Molkereiprodukten ein Plus verzeichnet.

Der Preis für Butteröl (AMF) erhöhte sich gegenüber dem vorherigen Event im Durchschnitt aller Kontrakte um 4,4%. Bei Butter wurde ein leichter Anstieg um 1,1% erzielt, wogegen bei Buttermilchpulver mit 13,3% die größte Steigerung erfolgte. Auch der Index für Cheddar-Käse konnte nennenswert zulegen (+11%), während bei Lactose ein Plus von 4,6% gemeldet wurde. Nur eine geringe Veränderung gab es bei Labkasein (+0,6%). Ein kräftiges Lebenszeichen wurde bei der Notierung von Magermilchpulver mit +9,8% registriert, der Preis für das "Leitprodukt" Vollmilchpulver tendierte um 3,2% nach oben. In Summe wurden bei dieser Auktion Milchprodukte im Umfang von 23.902 t verkauft, was vergleichsweise wenig war, während die Anzahl der teilnehmenden Bieter mit 164 relativ stabil blieb.

Geringere Produktion stützt Notierungen

Die internationalen Analysten führen den erneuten Anstieg des GDT-Index in erster Linie auf den globalen Rückgang der Milchproduktion sowie das geringere Angebot bei dieser Auktion zurück und weniger auf eine anziehende Nachfrage. Kevin Bellamy von der Rabobank rechnet damit, dass sich die Notierungen auf dem aktuellen Niveau stabilisieren werden. Die Anlieferungen dürften zwar auch 2017 nicht deutlich zunehmen, die Erholung auf der Absatzseite sei jedoch noch nicht absehbar, meint er. "Ein nachhaltiger Preisanstieg würde mehr Kaufbereitschaft vonseiten Chinas und des Mittleren Ostens erfordern, so Ballamy. Anne Boniface, Expertin der Westpac Institutional Bank, ist diesbezüglich etwas optimistischer. Sie registrierte bei der jüngsten GDT-Auktion ein höheres Käuferinteresse auch außerhalb von China.

Nathan Penny, Agrarexperte der ASB Bank, weist darauf hin, dass das Angebot diesmal um 14% kleiner war als beim letzten Mal. Die jüngsten Erdbeben in Neuseeland dürften auf die letzte Auktion keinen Einfluss gehabt haben, weil die Milcherzeugung in den betroffenen Distrikten Hurunui und Kaikoura nur einen geringen Anteil (2%) an der Gesamtproduktion hätten, so Penny. Viel stärker wirke sich die ungünstige Witterung in Teilen des Landes aus.

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