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Rind

Hoffnungsschimmer am Weltmilchmarkt

von , am
21.08.2015

<b>Auckland</b> - GlobalDairyTrade-Index steigt bei jüngster Auktion um 14,8%.

© Lupo / pixelio.de
Nachdem die Notierungen an der internationalen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) des neuseeländischen Molkereiriesen Fonterra am 4. August zum zehnten Mal in Folge rückläufig waren und ein Rekordtief verzeichneten, wurde dieser negative Trend bei der jüngsten Auktion am 18. August - vorerst einmal - gestoppt. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, legte um 14,8% zu. Die Notierungen für die meisten im Index enthaltenen Milchprodukte tendierten deutlich nach oben. Von einer echten Trendumkehr könne man noch nicht sprechen, betonen Experten, dazu müssten erst die nächsten Auktionen abgewartet werden.
Der Preis für Butteröl (AMF) stieg gegenüber der vorherigen Auktion (Anfang August) im Durchschnitt aller Lieferkontrakte am stärksten, nämlich um 26,6%. Der Kurs für Butter erhöhte sich um 10,8%, jener für Cheddar-Käse um 4,4% und für Kasein um 3%. Auch die Notierungen für Magermilchpulver (+8,5%) und Vollmilchpulver (+19,1%) tendierten deutlich nach oben. Zu einem Rückgang kam es hingegen bei Buttermilchpulver (-13,8%) und Laktose (-7,8%).
Das jüngste GDT-Auktionsergebnis wird von mehreren Analysten als positives Signal gewertet. Vor allem die Tatsache, dass Vollmilchpulver endlich wieder deutlich zulegen konnte, sei wichtig, wird betont. Dies gelte vor allem auch für Fonterra, den weltweit bedeutendsten Exporteur dieses Produkts und größten Verkäufer bei der GlobalDairyTrade-Plattform.
Die Vollmilchpulver-Notierungen waren von März bis Anfang August 2015 um die Hälfte gesunken, vorgestern kam es - nach elf Auktionen mit negativem Trend - wieder zu einem Plus. Die Kontrakte für die Monate November 2015 bis Februar 2016 weisen Preiszuwächse im zweistelligen Prozentbereich auf. Zum jüngsten Auktionsergebnis dürfte auch beigetragen haben, dass Fonterra Anfang August angekündigt hat, seine Verkaufsvolumina bei GlobalDairyTrade zu reduzieren und seine Produkte vermehrt über andere Kanäle zu vermarkten. Von einer Trendwende am weltweiten Milchmarkt zu reden, sei noch zu früh, weil sich an den fundamentalen Eckdaten bei Angebot und Nachfrage noch nichts geändert habe, so die Analysten. Die Talsohle könnte aber bei einigen Produkten erreicht worden sein. (aiz)
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