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Berichterstattung

Initiative Tierwohl bezieht Stellung zu Kritik in Medien

Schweine im Stall
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
10.04.2017

Bonn - Die Initiative Tierwohl ist in der aktuellen Berichterstattung von Süddeutscher Zeitung und Bayerischem Rundfunk schlecht weggekommen. Die Initiative kritisiert nun ihrerseits, dass die Berichterstattung allein der Illustration einer bereits vorgefassten Meinung gedient habe.

"Nach einem wochenlangen, intensiven Dialog zwischen den Redakteurinnen mit der Initiative Tierwohl inklusive ausführlicher Hintergrundgespräche, der schriftlichen Beantwortung mehrerer Presseanfragen, der Organisation eines Stallbesuchs sowie Interviews sei festzustellen, dass die Berichterstattung dient allein der Illustration einer bereits vorgefassten Meinung, zentrale Informationen, die der Redaktion vorliegen , werden verschwiegen", so lautet die Bilanz der Initiative Tierwohl zur Zusammenarbeit mit den Redaktionen der beiden Medien

Die Organisation liefert dafür auch Beispiele. So habe die Berichterstattung bemängelt, dass Funktionsweise, Aufbau und Kommunikation der Initiative Tierwohl irreführend sei. Dies sei nicht zutreffend: Seit dem Start der Initiative Tierwohl 2015 würde die Gesellschaft transparent und auf vielerlei Weise (beispielsweise mit einem leicht verständlichen Erklärvideo ) kommunizieren, wie die Initiative funktioniert und was die Kennzeichnung im Handel bedeutet. Seit dieser Zeit habe es nicht eine kritische Verbrauchernachfrage zur Funktionsweise oder der Kennzeichnung gegeben.

Außerdem habe die Organisation die Recherchen von SZ und BR auf vielerlei Weise unterstützt , über mehrere Monate immer wieder Statements angeboten und ausführliche Fragenkataloge in zitierfähiger Form beantwortet. All dieses Material hätte in der Berichterstattung keinerlei Niederschlag gefunden.

Die Berichterstattung kritisiere ferner, dass auch Maßnahmen für mehr Tierwohl gefördert werden, die für den Landwirt wenig oder keine Investitionen erfordern. Diese Kritik weist aus Sicht der Initiative in die falsche Richtung: Entscheidend sei, dass die Tiere in den Ställen der Initiative Tierwohl bessere Haltungsbedingungen erfahren als gesetzlich vorgeschrieben. Die Wirksamkeit von Maßnahmen sei nicht davon abhängig, ob dafür besondere Investitionen getätigt würden. Auch bei nicht - investiven Maßnahmen entstehe Aufwand, der zu honorieren sei. Besonders deutlich werde dies bei Kriterien mit mehr Platzangebot. Dies bedeute, dass die Betriebe weniger Tiere erzeugen könnten und somit weniger Erträge hättten, die kompensiert werden müssten.

Grundsätzlich bleibe festzuhalten, dass alle Anforderungen in der Initiative Tierwohl mit Experten ausgearbeitet wurden. Sie hätten also direkt oder indirekt einen Einfluss auf das Tierwohl. Da deutlich über 90 Prozent des zur Verfügung stehenden Budgets für die Honorierung der Maßnahmen ausgegeben werde, sei das Geld gut angelegt.

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