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Umfrage

Initiative Tierwohl sieht sich durch Verbraucher bestätigt

Umfrage Tierwohl
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
02.01.2018

In einer Umfrage hat eine deutliche Mehrheit der Verbraucher das Konzept der Initiative Tierwohl für gut befunden.

93 Prozent der Verbraucher finden das Konzept der Initiative Tierwohl, Landwirte finanziell dabei zu unterstützen etwas über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus für ihre Tiere zu tun und die geförderten Maßnahmen zu kontrollieren, gut oder sehr gut.

Das geht aus einer bundesweiten repräsentativen Umfrage zu Nutztierhaltung und Fleischproduktion von der forsa Politik- und Sozialforschung hervor. 83 Prozent der Befragten erachten es zudem als gut eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritte konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

„Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz“, kommentiert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl, die Ergebnisse. „Dass Verbraucher kleine, konsequente Schritte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für gut und praktikabel erachten, zeigt unserer Meinung nach: Die Verbraucher sind realistischer als jene, die in der Öffentlichkeit laut Ideale und Maximalforderungen postulieren, denen die Landwirte aber unmöglich von heute auf morgen gerecht werden können.“

Appell an die Landwirtschaft

„Dieser Zuspruch aus der Bevölkerung von über 90 Prozent bedeutet aber auch eine große Verantwortung für unsere im Januar 2018 startende zweite Programmphase“, fährt Hinrichs fort und richtet einen Appell an die teilnehmenden Landwirte. „Die 3.500 bislang teilnehmenden Betriebe zeigen: die deutsche Landwirtschaft will und kann Tierwohl! Jeder einzelne Tierwohl-Betrieb muss sich aber auch seiner Verantwortung bewusst sein. Diese Betriebe sind auch Aushängeschild der Branche. Verstöße gegen die Tierwohl-Kriterien sind mehr als nur Vertragsverletzungen. Sie gefährden die Wahrnehmung einer ganzen Branche, die durch ihr Engagement in der Initiative Tierwohl hart für ihr Ansehen kämpft. Deshalb werden wir auch in der neuen Programmphase mit aller Strenge gegen Verstöße vorgehen. Für schwarze Schafe unter den Tierhaltern wird in unserem Programm kein Platz sein!“

So sieht die Mehrheit der Deutschen laut der forsa-Umfrage neben den Landwirten aber auch den Staat, den Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher in der Verantwortung für eine tiergerechtere Haltung. „Die Frage der Tierhaltung ist folglich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erklärt Hinrichs. Wenn es indes um die Kosten für die tiergerechte Haltung geht, so sagen 72 Prozent, dass hier der Verbraucher gefragt ist. Zwar geben 89 Prozent der Fleisch verzehrenden Befragten an, dass sie bereit seien, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn das zu verbesserten Haltungsbedingungen führte. Allerdings weist das forsa-Institut darauf hin, dass Themen des Umwelt- und Tierschutzes hoch im Bewusstsein der Bürger verankert seien, sich aber nicht in einer tatsächlichen höheren Zahlungsbereitschaft niederschlagen müssen.

Appell an die Verbraucher

„Den Unterschied zwischen Äußerungen zur Zahlungsbereitschaft und tatsächlichem Verhalten kennen wir aus Erfahrung“, sagt Hinrichs. „Die Aussagen in Befragungen, dass Verbraucher höhere Preise akzeptieren, hat sich leider in der Vergangenheit nicht bei den Einkaufsentscheidungen widergespiegelt. Deshalb hat das System der Initiative Tierwohl die Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt von der Förderung für Tierwohlmaßnahmen entkoppelt. Stattdessen kann der Verbraucher durch seinen Einkauf bei unseren Partnerunternehmen des Lebensmitteleinzelhandels zur Förderung des Tierwohls beitragen.“

Hintergrund und Methode zur Befragung

Die repräsentative Befragung wurde vom 18. Bis zum 20. Dezember 2017 unter insgesamt 1.004 Bürgerinnen und Bürgern ab 18 Jahren der Bundesrepublik Deutschland durch die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführt. Die Erhebung wurde mithilfe des Befragungspanels forsa.Omninet durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse können lediglich mit den bei allen Stichprobenerhebungen möglichen Fehlertoleranzen (im vorliegenden Fall +/- 3 Prozentpunkte) auf die Gesamtheit der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland übertragen werden.

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