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Pferdezucht

Die Jugend auf dem Vormarsch

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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
30.06.2016

München - Eigentlich ist es jedes Jahr das Gleiche: Mitte Juni wetteifern Bayerns beste Stuten um die Staatsprämie.

Dabei zeigen die meist perfekt herausgebrachten Stuten hervorragende Bewegungen. Den Richtern fällt manchmal vor lauter Qualität schwer, die abgezählten Staatsprämienstuten auszuwählen. Doch etwas war heuer anders: Bei den Siegertieren standen überwiegend junge Menschen. So nahm der achtjährige Vitus Gasteiger die Staatsmedaille des Landwirtschaftsministeriums für die Siegerstute beim Kaltblut in Empfang, die 2. Reservesiegerin gehört der erst 15-jährigen Andrea Schröder. Bei den Haflingern hat Erfolgszüchter Johann Demleitner seine Tiere an seinen Enkel Thomas Pohl übergeben, der auch die Landwirtschaft gepachtet hat, beim Warmblut drehte der junge Jakob Reglauer mit der Siegerstute die Ehrenrunden und auch im Team Schindele gibt es mit dem 16-jährigen Flo einen jungen Vorführer, der mindestens so viele Runden lief wie der bekannte Anton Schindele.

Das macht Hoffnung. Denn wenn sich die Jugend einbringt, ist die Zucht gesichert. Zumal langsam die Nachfrage das Angebot übersteigt. So sind derzeit gut gerittene Haflinger ausverkauft. Hier müssen die Züchter schnell handeln. Denn bayerische Pferde haben durchaus Qualität – das sah man bei der Landesschau. Und man sieht es im Sport. So hat sich mit Lorenzo aus der Zucht von Martin Niedermair ein bayerisch gezogener Warmblüter für die Olympischen Spiele qualifiziert, die erfolgreichste deutsche Dressurreiterin Isabell Werth hat kürzlich Marie-Huana aus der Zucht von Marielle Hofbauer gekauft und die EM-Goldmedaillengewinnerin Fabienne Lütkemeier hält große Stücke auf ihren niederbayerisch gezogenen Fabregaz. Von der Qualität her könnten bayerische Tiere durchaus mithalten – es müsste nur besser vermarktet werden.

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