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Fischzucht

Klein und fein

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Max Riesberg, Wochenblatt
am
03.11.2016

München - Die moderne Aquakultur, aber auch die traditionelle Teichwirtschaft können ein lukratives Geschäft sein.

Max Riesberg

Dass seit jeher auch Fische in Bayern produziert und gezüchtet werden, ist kein Geheimnis. Wussten Sie aber, dass es seit Anfang des Jahres sogar Garnelen, die man sonst eher in den Meeren vermutet, auch aus dem Freistaat gibt? Und diese sind gefragt, wie die jungen Unternehmer versichern.

Die moderne Aquakultur, aber auch die traditionelle Teichwirtschaft können ein lukratives Geschäft sein. Entscheidend ist es, wie so oft, die Produktionskosten im Griff zu haben, Nischenmärkte aufzuspüren und diese zuverlässig zu bedienen. Dann zeigt sich sogar auf der Gewinnseite durchaus noch Potenzial nach oben, wie beispielsweise auch die Forellenproduktion deutlich macht.

Derzeit gibt es rund 10 000 Fischbetriebe in Bayern: etwa 6000 Karpfenerzeuger, an die 3000 Forellenbetriebe und einige Mischbetriebe. Sogar eine Kreislaufanlage, in der Afrikanische Welse produziert werden, ist in Franken seit Kurzem in Betrieb. Deutschland erzeugt bzw. fängt nur knapp 50 Prozent der benötigten Süßwasserfische selbst und ist somit auf Importe aus Ländern wie Frankreich, Dänemark, Polen, Tschechien oder die Türkei angewiesen. Hier herrschen ganz andere Betriebsstrukturen. 500 bis 2000 Jahrestonnen sind die Norm – im Vergleich dazu sind es in Bayern 30 bis 40 Tonnen im Jahr.

Die Beratung hat momentan alle Hände voll zu tun, zumal im nationalen Strategieplan „Mehr Fisch aus Deutschland“ gefordert wird. Doch auch wenn in Bayern Neuinvestitionen mit maximal 250 000 Euro vom Staat gefördert werden können, so bleibt doch ein erhebliches Risiko. „Kühe oder Schweine raus und Fische rein“, damit ist es lange nicht getan. Das benötigte Know-how ist nicht unerheblich. Fest steht: Hierzulande liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, die Veredelung und Vermarktung von Qualitätsprodukten und nicht von Massenware selbst in die Hand zu nehmen und vor allem bestehende Anlagen auszubauen.

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