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Züchtung

Der Lohn harter Arbeit

schafzucht
Helga Gebendorfer
am
19.10.2017

Die Jungzüchter aus Oberfranken holen bei der Deutschen Jungzüchter­meisterschaft Top-Platzierungen. Dafür hatten sie sich bei speziellen Trainingstagen in Schäfereien schon lange im Vorfeld intensiv vorbereitet.

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Den Sieg beim Gruppenwettbewerb in der Juniorenklasse und 2. Platz beim Einzelwettbewerb in der Juniorenklasse für Bayern: Julia Ebitsch sowie Emely und Anna Wunderlich holten sich den Gruppen- und Emely Wunderlich den Einzeltitel. Das sind die Top-Platzierungen der Oberfranken bei der 2. Deutschen Jungzüchtermeisterschaft, die im Rahmen der Maisacher Schafschau ausgerichtet wurde.
 Gerne übernahm der Landesverband Bayerischer Schafhalter mit Vorsitzendem Joseph Grasegger und Geschäftsführer René Gomringer die Organisation und Ausrichtung sowie Stephan Graf, Vorsitzender vom Maisacher Schäferstammtisch, mit seiner Mannschaft die Durchführung der Deutschen Jungzüchtermeisterschaft. „Wir tun alles, um die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu unterstützen, denn sie sind die Schäfer von morgen“, erklärten sie.
Insgesamt beteiligten sich 55 Jungzüchter in drei Klassen: sieben Kinder (unter 10 Jahre) in zwei Gruppen, 30 Junioren (10 bis 15 Jahre) in zehn Gruppen sowie 18 Master (16 bis 25 Jahre) in fünf Gruppen. Fünf Bundesländer waren vertreten: Bayern, Niedersachsen (Weser-Ems), Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Zudem war eine Gruppe aus Tirol in Österreich mit von der Partie.
Zum Richtergremium gehörten: Renate Baierlein, Schafzuchtberaterin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen, Dienststelle Bayreuth, und Barbara Mock, Geschäftsführerin vom Südtiroler Kleintierzuchtverband, Max Wagenpfeil, Schafzuchtberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen, Dienststelle Ebersberg, und Johann Georg Höllbacher, Vorsitzender vom österreichischen Bundesverband für Schafe und Ziegen, der bayerische Zuchtleiter Dr. Christian Mendel und Heiko Schmidt, Vorsitzender vom Landesschafzuchtverband Weser-Ems.

 

Schon vor drei Jahren fiel der Startschuss

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Die positive Bilanz hat sich die oberfränkische Mannschaft mit insgesamt sieben Teilnehmern hart erarbeitet. Schon vor drei Jahren fiel dazu der Startschuss beim Schäferfest in Ahorn, wo die Jungzüchter ihre allerersten Erfahrungen sammeln konnten. Kurz darauf folgte der 1. Bundeswettbewerb in Wüstung. Hier belegte Julia Ebitsch zusammen mit ihrem Bruder Patrick und Alexander Smietana von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf den 1. Platz bei den Junioren und ihre Schwester Luisa mit Kilian Schlamp und Johannes Kiemer den  3. Platz bei den Kindern. So nahmen die Jungzüchter die Einladung zum Bundesjungzüchter-Wettbewerb mit Begeisterung auf. „Allerdings war allen klar, dass sie nicht unvorbereitet ins Rennen gehen können, sondern sich mit Training und Übung fit machen müssen“, erzählt Schafzuchtberaterin Renate Baierlein. So traf sich die Gruppe zum ersten Mal am 25. Juni auf dem Merinolandschaf-Zuchtbetrieb von Georg Distler in Egloffstein, Landkreis Forchheim. Dort standen gut führige Böcke bereit, die zur Tierbeurteilung herangezogen wurden. Außerdem wurde das Strickanlegen und Führen geübt und schließlich demonstriert, wo und wie die Tiere richtig in Fotoposition gestellt werden. Zwischendurch gehörte für alle zur Hausaufgabe, sich daheim mit der Theorie zu befassen und diese zu lernen.
Das zweite Treffen folgte am 16. Juli beim Schäferfest in Ahorn, wo die dortige Prämierung als Schulung genutzt wurde. „Hier wurde die Theorie geübt und abgefragt sowie die Tiere vorgestellt“, blickt Baierlein zurück. Zur Übung in der Praxis brachte der Stammzüchter der Rasse Merinolandschaf (Merinolandschafzüchter) Anton König aus Oberharnsbach, Opa von Julia und Luisa Ebitsch, aus seinem Stall Tiere mit kleinen Fehlern mit. „Das war bewusst eingefädelt, damit die Teilnehmer diese sehen und beurteilen können“, erläutert sie. Da bei dieser Veranstaltung zwei Teilnehmer fehlten, gab es für sie drei Tage vor der Deutschen Jungzüchtermeisterschaft auf dem Betrieb von Texelzüchter Hartmut Rauschert in Rossach, Landkreis Coburg, Großvater von Lukas Schwab, am Nachmittag eine Sonderschulung. Bemerkenswert war nach Worten von Baierlein, dass ein Teilnehmer aus Weser-Ems extra nach Bayern zur Schulung anreiste. Dann war es soweit. Die Anreise erfolgte zeitig am ersten Wettkampftag, damit alle Teilnehmer die Möglichkeit hatten, die Tiere schon einmal zu begutachten.

 

Die Jungzüchter treten in große Fußstapfen

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Die Jungzüchter treten zum Teil in die Fußstapfen ihrer Familien und führen die Tradition der Schafhaltung weiter. So sind die zwei erfolgreichen Schwestern Julia und Luisa Ebitsch in der Vollerwerbsschäferei ihres Großvaters Anton König groß geworden. Der Merinolandschaf-Zuchtbetrieb baut auf eine 500 köpfige Mutterschafherde, die unter anderem den Kreuzberg im Westen Bambergs beweidet. Der Herdbuchzuchtbetrieb ist deutschlandweit bekannt für seine ausgeglichene Zucht und liefert stets Top-Böcke auf den Markt.
Auch Emely und ihre Cousine Anna Wunderlich sammelten ihre Erfahrungen auf dem Betrieb Anton Wunderlich aus Lichtenfels/Klosterlangheim, den Anton mit Hilfe seines Bruders Karl bewirtschaftet. Mit 1500 Mutterschafen ist es einer der größten Merinolandschaf-Betriebe in Bayern. Beweidet werden unter anderem der Lauterberg in Coburg, das größte zusammenhängende Vertragsnaturschutzprogramm-Gebiet in Oberfranken. Emely erkämpfte sich in der Juniorenklasse den 2. Platz.
Lukas Schwab bringt gute Voraussetzungen vom Texelbetrieb seines Opas in Rossach, Landkreis Coburg mit, der den Itzgrund im Süden Coburgs beweidet. Schließlich sind die Lieblinge von Josef und Johann Pezold die Shropshire-Schafe auf dem Ackerbaubetrieb ihrer Familie in Steinbach, Kulmbach.

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