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Fleischrinderverband

Mehr Gehör verschaffen

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Max Riesberg, Wochenblatt
am
30.06.2016

München - Die derzeit ernste Lage für die Milchviehhalter lässt auch den Fleischrinderverband Bayern (FVB) nicht ganz kalt, wenngleich sich die bayerischen Mutterkuhhalter und Fleischrinderzüchter in erster Linie auf die Vermarktung ihres Qualitätsfleisches konzentrieren müssen.

 „Viele Betriebe, die nicht länger in der Milch durchhalten wollen, fragen jetzt beim Amt oder der Beratung an und spielen mit dem Gedanken, auf Mutterkühe umzustellen“, berichtete der Leiter des neuen Fachzentrums für Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung in Schwandorf, Konrad Wagner, anlässlich der Jahresversammlung des FVB in Frauensattling. „Doch so einfach ist das nicht. Dieser Schritt will gut überlegt und begleitet sein“, betont Wagner.

Die Verbandsvorsitzende Erika Sauer, die ihren umfangreichen Tätigkeitsbericht vorlegte, sieht in Zukunft noch große Herausforderungen auf die Branche zukommen. „Die Mutterkuhhaltung ist weiter im Aufwind und wir haben schon einige Baustellen auf politischer Ebene anpacken können und werden sie auch weiter anpacken“, sagte sie überzeugt. Auf Landesebene habe man hier auch einiges erreichen können, auf Bundesebene sehe dies anders aus, denn hier könnte die Interessenvertretung für das Produktionsverfahren noch ausgebaut und optimiert werden.

Außerdem sieht Sauer im Hinblick auf die Lobbyarbeit für die Mutterkuhhaltung einen wesentlichen Schlüssel darin, noch mehr Mutterkuh- und Fleischrinderhalter hinter sich zu scharen. In Bayern gäbe es 7500 Betriebe mit „sonstigen Kühen“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Das seien geschätzt sicher 7000 Mutterkuhhalter. Nur 600 davon sind im Fleischrinderverband organisiert. „Wir hätten noch mehr Gehör, wenn es 6000 statt 600 wären“, sagt sie provokativ und weiter: „Wir dürfen nicht nur die Zucht, sondern wir müssen das ganze Produktionsverfahren mitnehmen. Wir brauchen auch die Haltungsbetriebe.“

Im Anschluss an die Versammlung durfte der Besuch zweier Mitgliedsbetriebe nicht fehlen. Den Anfang machte der Charolais-Zuchtbetrieb von Johann Holzner in Unterschellenberg. Zum Abschluss ging es noch auf den Pinzgauer- und Pustertaler-Zuchtbetrieb der Familie Brambs in Froschöd-Kröning.

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