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Milchkrise

Milchanlieferung bei DMK geht zurück

aiz
am
23.05.2016

Berlin - Die Lieferanten von Deutschlands größter Molkerei, der DMK Group, fahren als Reaktion auf den anhaltenden Preissturz an den internationalen Milchmärkten ihre Rohmilchmenge herunter.

Seit der ersten Aprilwoche nimmt die Anlieferung spürbar ab. Im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahreswochen fiel die Menge von mehr als +3% auf aktuell -1 bis -1,5%, mithin sogar um -4%. Dies teilte das Unternehmen gestern mit.

"Die DMK-Landwirte reagieren auf den Markt mit sinkenden Mengen, aus eigenem Antrieb", stellte die DMK-Geschäftsführung fest. Sie geht deshalb davon aus, dass der freie Markt funktionieren würde und appellierte an die Politik, nicht in die Freiheit des Marktes einzugreifen. Begrüßt wird indes die Überlegung seitens der Politik, kurzfristig weitere Gelder bereitzustellen, um Höfen mit Liquiditätsproblemen zu helfen und krisenbedingte, finanzielle Engpässe zu überbrücken. An den Handel appelliert DMK, "in dieser Phase nicht seine Marktmacht auszuspielen, sondern Solidarität mit den Landwirten zu zeigen und mehr Verantwortung für eine gesellschaftliche Wertschätzung für Milch zu übernehmen". Als Beitrag zur Stabilisierung des Unternehmens in der anhaltend schwierigen Marktsituation hat DMK ein Sparprogramm aufgelegt, das alle Bereiche des Unternehmens umfasst.

Die DMK Group beschäftigt rund 7.400 Mitarbeiter und verarbeitet jährlich 6,8 Mio. t Milch an 17 Molkereistandorten. Weitere acht Standorte stehen für die Produktion von Babynahrung, Eiscreme und Gesundheitsprodukten zur Verfügung. DMK erzielt einen Umsatz von 5,3 Mrd. Euro und gehört damit europaweit zu den führenden Unternehmen der Milchwirtschaft.

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