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Wolfsmanagement

Aus Nationalpark entflohene Wölfe: drei tot, drei gesucht

von , am
12.10.2017

Regen - Das Entweichen von sechs Wölfen aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald sorgt weiterhin für Unruhe und Diskussionen in der Öffentlichkeit.

Insgesamt sechs Wölfe waren vor Kurzem aus dem Tierfreigehege bei Lindberg (Landkreis Regen) entkommen, nachdem bisher unbekannte Täter ein Schloss des Geheges gewaltsam geöffnet hatten. Einer der Wölfe wurde noch in derselben Nacht von einem Zug erfasst und getötet. Ein weiterer Wolf wurde zwei Tage nach dem Entweichen aus dem Gehege erschossen, dasselbe Schicksal ereilte zwei Tage später einen weiteren der entkommenen Wölfe. Damit sind jetzt drei der sechs entwichenen Tiere tot, die anderen drei wurden trotz intensiver Suchmaßnahmen bislang nicht gefunden.

Die von Tierschützern geforderte Benutzung von Narkosegewehren ist nach Auskunft der Nationalparkverwaltung nicht möglich, die Tiere seien dafür zu schnell. Die Bemühungen, die drei übrigen Wölfe zu finden und einzufangen, sind weiter verstärkt worden, auch die Nationalparks im tschechischen Sumava und im Berchtesgadener Land beteiligen sich an der Suche. Dafür kommen noch mehr Lebendfallen zum Einsatz, auch sind verstärkt Suchteams mit Narkosewaffen in der Region unterwegs.

Gehegetieren fehlt Scheu vor den Menschen

Experten befürchten neben der Konfrontation mit Menschen, vor denen die bislang im Gehege gehaltenen Wölfe nur wenig Scheu haben, auch eine Durchmischung der Tiere mit den wenigen in der Region bereits lebenden wilden Wölfen. Denn einer der entlaufenen Wölfe ist zeugungsfähig.

Es bestehen deshalb Bedenken, dass eine neue Generation von Wölfen in diesem Rudel entsteht, die, obwohl wild, die eigentlich angeborene Menschenscheu nicht mehr im bisherigen Maß aufweisen.

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