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Regierung bekräftigt Absage an verpflichtende Haltungskennzeichnung

Mastschweine im Stall
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
29.01.2018

"Die Bundesregierung überlässt damit den Verarbeitungs- und Handelskonzernen die Zügel, die mit willkürlich gesetzten Anforderungen ihre Marktmacht zum Nulltarif auf Kosten der Nutztiere und der Erzeugerbetriebe durchsetzen" , kritisiert Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann

Die Linke

Tackmann wills wissen: "Wann wird die Bundesregierung dem Bundestag einen Vorschlag für eine verpflichtende, staatliche Haltungskennzeichnung für Fleischprodukte vorlegen...“, schrieb die Bundestagsabgeordnete der Linken, Dr. Kirsten Tackmann, in einer schriftlichen Anfrage. Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Blesser, bekräftigte in seiner Antwort die Absage an eine verpflichtende Haltungskennzeichnung. Er verwies auf Probleme bei der Umsetzung und der rechtlichen Ausgestaltung. Die Bundesregierung plane daher ein freiwilliges, mehrstufiges staatliches Tierwohllabel für bestimmte tierische Produkte, bei deren Erzeugung höhere als die gesetzlichen Standards eingehalten werden. Die Kriterien würden sich sowohl auf die Haltungsform beziehen als auch tier- und managementbezogene Faktoren berücksichtigen.

Das kritisierte Bundestagsabgeordnete und Tierärztin, Dr. Kirsten Tackmann, nun folgendermaßen: "Mit fadenscheinigen Argumenten zeigt die Bundesregierung erneut ihren Unwillen, über eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für Fleisch und Fleischprodukte überhaupt zu diskutieren, geschweige denn eine solche einzuführen. Damit ignoriert sie die Empfehlung ihres eigenen Wissenschaftlichen Beirats und vergibt die Chance, dass tierhaltende Betriebe einen finanziellen Ausgleich für die gestiegenen gesellschaftlichen Ansprüche an die Tierhaltung erhalten. Statt verbindlichen Standards für alle, überlässt die Bundesregierung den Verarbeitungs- und Handelskonzernen die Zügel, die mit willkürlich gesetzten Anforderungen ihre Marktmacht zum Nulltarif auf Kosten der Nutztiere und der Erzeugerbetriebe durchsetzen."

Mit Material von AgE, Die Linke
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