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Behornung

Rinder - Oben mit?

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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Bio-Milchviehstall
Rinder mit Hörnern sind im Laufstallbetrieb die absolute Ausnahme. © Max Riesberg
von am
04.01.2018

Er ist selten geworden, der Anblick von behornten Kühen in den Ställen landauf, landab.

Max Riesberg
Ein Kommentar von Max Riesberg, Wochenblatt-Redakteur, maximilian.riesberg@dlv.de © Archiv

Nur auf den Betrieben einiger überzeugt ökologisch wirtschaftenden Landwirtsfamilien, bei einer Hand voll „Hörnerfans“ vor allem in der Anbinde- bzw. Kombinationshaltung sind sie noch zu finden. Und natürlich in der Werbung. Im Fernsehen und auf der Milchpackung müssen die Kühe noch so aussehen, wie man sie ursprünglich kennt und wie es jedes Kind schon ganz früh lernt.

Die Entwicklungen in der Produktionstechnik haben die Tierhalter dazu gedrängt, den Rindern mechanisch oder züchterisch die Hörner zu nehmen. „Laufstallhaltung funktioniert nur mit hornlosen Tieren“, so lautete für Jahrzehnte das Credo, vor allem in der konventionellen Rinderhaltung. Denn Arbeitssicherheit und Unfallverhütung gehen über alles andere und selbst über jede Ideologie. Betroffene können hier ein Lied davon singen. Von 1991 bis 2011 wurden knapp 3900 „Hornunfälle“ in Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben dokumentiert. Vier davon gingen tragischerweise tödlich aus. Die Tendenz ist Gott sei Dank in den vergangenen Jahren stetig sinkend.

Von den Marktstandorten wird zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das fachgerechte Veröden der Hornanlagen ein Qualitätskriterium ist, das sich im Preis niederschlägt. Von der CC-Relevanz mal ganz abgesehen.

Doch auf etlichen Betrieben ist gerade in den letzten Jahren ein Umdenken festzustellen. Mag sein, dass diese Entwicklung mit der Umstellung vieler Milchviehställe auf ökologische Erzeugung einhergeht und auch vom hier besseren Auszahlungspreis angefeuert wird. Aber der Schritt, den Kühen die Hörner „zurückzugeben“, stellt diejenigen, die sich dafür entscheiden, vor Herausforderungen. Das will bestens überlegt sein. Wir wünschen Ihnen die richtigen Entscheidungen und vor allem ein unfallfreies Jahr 2018.

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