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Tierseuchen

Rinderseuche BHV1 in Schleswig-Holstein: Keine weiteren Nachweise

Schwarzbuntes Rind
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
21.02.2018

Nach dem Ausbruch an verschiedenen Stellen, wurde die Beprobung der umliegenden Ställe nochmals intensiviert. Alle Proben waren negativ.

Anfang Februar war in Schleswig-Holstein das Bovine Herpesvirus 1 in vier Betrieben festgestellt worden. Betroffen ist unter anderem ein Milch- und Mastviehbetrieb im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das BHV1-Virus wurde hier in einem erkrankten Tier nachgewiesen.

In nahezu allen anderen rund 660 Tieren wurden zudem Antikörper gegen das Virus festgestellt. Es handelt sich um sogenannte Reagenten; diese Tiere tragen also das Virus in sich, ohne selbst erkrankt zu sein. Das Fleisch dieser Tiere muss laut dem Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung (MJEVG) nicht vernichtet, sondern kann bedenkenlos verzehrt werden, da der Erreger nicht auf den Menschen übertragbar ist. Klinisch erkrankte Tiere dagegen werden gemäß der BHV1-Bundesverordnung getötet und dürfen nicht als Lebensmittel in den Handel gelangen.

Zudem wurden in einem weiteren Betrieb im Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie in zwei Betrieben im Kreis Stormarn ebenfalls BHV1-Reagenten festgestellt. Die betroffenen Betriebe sind gesperrt und die vorgeschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet worden.

Infizierte Tiere werden geschlachtet

Infizierte Tiere, in denen Antikörper nachgewiesen wurden, bzw. werden geschlachtet. Von den insgesamt 1.800 betroffenen Rindern wurde bereits die Hälfte der Rinder geschlachtet. Für die geschlachteten Tiere wird zusätzlich zum Schlachterlös eine Entschädigung bis zur Gesamthöhe des gemeinen Wertes dieser Tiere vom Tierseuchenfonds und vom Land Schleswig-Holstein gezahlt. Eine genaue Entschädigungssumme kann erst nach Durchführung der Maßnahmen bestimmt werden.

Zu den Bekämpfungsmaßnahmen in den betroffenen Betrieben gehören unter anderem Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Zudem werden Kontaktbetriebe und Betriebe im direkten Umfeld der betroffenen Betriebe auf BHV1 untersucht. Diese Untersuchungen haben bislang keinen Hinweis auf eine Weiterverbreitung des Virus auf weitere Bestände ergeben.

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