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Pinzgauer

Rinderzucht verbindet

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Max Riesberg, Wochenblatt
am
09.05.2018

Die Länderschau der Pinzgauer in Maishofen im Salzburger Land und der zwölfte Weltkongress in Österreich setzten Zeichen.

Max Riesberg

Was war das für eine außergewöhnliche Schau! Was war das für eine Stimmung! Und wie ausgezeichnet präsentierte sich eine Rasse, die mit rund 1,3 Millionen Tieren weltweit kaum noch in Erscheinung tritt! Aber gerade in der heutigen Zeit ist es oft gut, Zeichen gegen den sogenannten Mainstream zu setzen.

Die Länderschau der Pinzgauer in Maishofen im Salzburger Land und der zwölfte Weltkongress in Österreich waren genau solche Zeichen – für Bodenständigkeit, Qualität und nachhaltigen Fortschritt in der Landwirtschaft. Politische Differenzen zwischen Ländern scheinen längst überwunden, wenn sich Rinderzüchter unterhalten, wenn sie fachsimpeln, Kontakte knüpfen und gemeinsam den Grundstein für das ein oder andere Geschäft legen.

Erstaunlich, wie eine Rinderrasse verbinden kann, über die mancher Anhänger der „kosmopolitischen“ Rassen nur schmunzeln mag. Aber Rinderzucht kann eben auch mehr sein als das ständige Lechzen nach Höchstleistungen. Wirtschaftlichkeit lässt sich für manchen auch auf andere Weise erreichen, nämlich mit ganzheitlicher Wertschöpfung.

Gerade in unserer heutigen Zeit kommt dem Begriff „Heimat“ hier eine ganz besondere Schlüsselfunktion zu. Und was sind die Pinzgauer-Rinder mit ihrem ausdrucksvollen Erscheinungsbild und ihrer Anpassungsfähigkeit anderes als ein Kulturgut des Alpenraumes?

Sie waren dort einst weit über die Grenzen verbreitet und einten die Bauern im Streben nach der schönsten und besten Kuh im Stall. Auf der Hompage des Rinderzuchtverbands Salzburg steht als Bilanz eines unvergesslichen Schauwochenendes: „Wir bauen mit Stolz auf eine Pinzgauer-Familie, die über Grenzen und Länder hinweg zeigt, was in gemeinsamer Arbeit und mit Züchterstolz geschaffen und geleistet werden kann“ – treffender kann man es nicht formulieren.

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