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Pferdemarkt

Ruhe und Gelassenheit

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Max Riesberg, Wochenblatt
am
15.09.2016

München - An diesem Wochenende ist es wieder so weit, rund 300 Rösser, großteils Kaltblüter ziehen beim Einzug der Wiesenwirte sowie dem großen Trachten- und Schützenzug anlässlich des Oktoberfestes auf die Münchner Theresienwiese: Sie sind eine der Attraktionen und eines der beliebtesten Fotomotive überhaupt.

Max Riesberg

Dass es dieses urbayerische Bild vom Bierwagen ziehenden Bayerischen Kaltblut heute noch gibt, ist jedoch alles andere als selbstverständlich. Denn das Bayerische Kaltblut war in den 1960er und 1970er Jahren bereits vom Aussterben bedroht – es stand quasi auf der Roten Liste. Und das, obwohl es nach dem zweiten Weltkrieg noch über 40 000 Stück von ihnen im Freistaat gab. Schuld daran waren die Technisierung in der Landwirtschaft sowie agrarpolitische Entwicklungen hinsichtlich der einzelbetrieblichen Förderung – die Rösser waren bei vielen Zeitgeistern von damals schlichtweg nicht mehr erwünscht.

Dem Einsatz einiger Bauern und Rossnarrischen, die diese Pferderasse erhalten und sich die Freude am Brauchtum mit ihren Rössern nicht nehmen lassen wollten, ist es zu verdanken, dass die Entwicklung eine deutliche Trendwende nehmen konnte.

Heute sind es in Bayern wieder gut 2000 gemeldete Kaltblüter. Der tatsächliche Bestand ist noch höher, so dass im Freistaat derzeit locker wieder 3000 Exemplare beheimatet sind. Wie gefragt das Bayerische Kaltblut ist, zeigt auch die große alljährliche Fohlenauktion im oberbayerischen Rottenbuch. Rund 6000 Menschen pilgerten auch heuer in die beschauliche Gemeinde, die einmal im Jahr zum Mekka der Kaltblutzucht wird. Aus dem In- und Ausland kommen die Käufer, welche die Charaktereigenschaften dieser ganz speziellen Rösser schätzen. Ruhe und Gelassenheit liegen anscheinend wieder voll im Trend.

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