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Verunreinigung

Salmonellen in Eiweißfuttermittel jetzt auch in Bayern

Sojaschrot
pd
am
04.01.2018

Über 1.500 landwirtschaftliche Betriebe sind in Bayern mit potenziell salmonellenbelastetem Sojaextraktionsschrot beliefert worden.

Zum Jahresende 2017 haben über 1500 landwirtschaftliche Betriebe in Bayern von Behörden und/oder Lieferanten die Nachricht erhalten, dass sie mit potenziell salmonellenbelastetem Sojaextraktionsschrot der Firma ADM Spyck GmbH, Straubing beliefert wurden. Darauf hat der Bayerische Bauernverband hingewiesen. Auch sechs weitere Bundesländer und vier EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz sind betroffen. Dabei kann es sich um Soja als Alleinfuttermittel oder Mischfutter handeln.

Die Betriebe wurden gebeten, diese Partien nicht mehr zu verfüttern und den Vorfall den Veterinärämtern zu melden. Der Bayerische Bauernverband empfiehlt den betroffenen Betrieben, dieser Aufforderung unbedingt nachzukommen. Pelletiertes Mischfutter ist nicht von der Rückrufaktion betroffen.

Um eine schnelle, klare, einheitliche und praxisorientierte Vorgehensweise abzustimmen, fand am Mittwoch im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz eine Besprechung unter Beteiligung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der Regierung von Oberbayern, des Futtermittelverbandes und des Bayerischen Bauernverbandes statt. Bauernpräsident Walter Heidl setzte sich dabei massiv für eine einheitliche Vorgehensweise der Behörden auf bayerischer und Bundesebene ein. Die betroffenen Landwirte brauchen dringend behördliche Handlungsanweisungen.

Im Ergebnis des Treffens wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, die zeitnah konkrete Hilfestellungen für landwirtschaftliche Betriebe erarbeiten sollen. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz machte zudem deutlich, dass die potenzielle Salmonellenbelastung des Sojaschrotes keine andere Beurteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse (Eier, Fleisch, Milch) veranlasst.

Nun erwartet der Bayerische Bauernverband, dass seitens der Futtermittelhersteller und des Futtermittelhandels gemeinsam mit den zuständigen Behörden schnellstens geeignete Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, um eine Verunsicherung der Verbraucher und Landwirte zu vermeiden.

Der Bayerische Bauernverband empfiehlt den betroffenen Betrieben zur späteren Geltendmachung von Ansprüchen dringend, Dokumentationen über Futtermittelmenge, Preise, eventuell bereits getätigte Verfütterungen, Deckungskäufe etc. vorzunehmen.  Außerdem sollten die betroffenen Bauernfamilien, mit ihrer BBV-Geschäftsstelle Kontakt aufzunehmen. Eine anwaltliche Vertretung wird darüber hinaus empfohlen.

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