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Schweinehaltung

Sauenstall - sich Optionen offenhalten

Schwein auf Stroh
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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
02.03.2018

Auslauf, Stroh und freies Abferkeln – das wünscht sich die Gesellschaft.

Andrea Tölle

Und dass ausgerechnet Bioerzeuger gleich zwei Preise gewonnen haben, gibt dem Recht. Es sind in der Tat auch sehr schöne und vorbildlich geführte Betriebe. Den Tieren geht es gut, sie sind fit und ihre Leistungen gut.

Warum also empfiehlt das Wochenblatt nicht einfach jedem Landwirt, in die Öko-Ferkelproduktion einzusteigen? Klar ist: An der Kasse sagt der Verbraucher etwas anderes als bei Umfragen. Nur 1,5 Prozent beträgt der Ökoanteil beim Schweinefleischverbrauch.

Und doch sollten gerade Unternehmer wachsam für kommende Trends und Entwicklungen sein. Angeblich ist der Ökomarkt im letzten Jahr enorm gestiegen. Wer weiß, wie sich das alles weiterentwickelt. Geld wäre in der Gesellschaft auf jeden Fall genug da. Noch wird es allerdings für andere scheinbar wichtigere Dinge ausgegeben, mit denen man in der Gesellschaft derzeit mehr Anerkennung bekommt wie z. B. Reisen.

Es gilt, für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Das ist schwer genug. Denn Stallungen, die man baut, sollten auch mindestens 20 Jahre so genutzt werden können. Aber hier kann man sich Optionen offenhalten. Dazu muss man ja nicht gleich den ganzen Betrieb umstellen, man kann auch erst einmal so bauen, wie es Naturland-Beraterin Martina Kozel empfiehlt (S. 26): Konventionelle Neubauten sollten so angelegt werden, dass man bei Bedarf einen Auslauf angliedern kann.

Hier vergibt man sich nichts. Wer weiß schon, wohin die Reise in den nächsten 20 Jahren geht? Auch wenn es derzeit noch wie reinste Utopie klingt – vielleicht steigt aber auch der Wert des Essens. Vergleicht man die Aussagen der Werbeprospekte mit denen von vor zehn Jahren, sind Tierwohl und Regionalität auf jeden Fall in den Vordergrund gerückt.

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