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Schafhalter fordern Hilfe gegen den Wolf

Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V./ Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter e.V.
am
27.01.2017

Berlin - Als wenig hilfreich bezeichnet der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), Jürgen Lückhoff, das Verhalten der Bundesregierung beim Umgang mit der Rückkehr des Wolfes. Während der Bundeslandwirtschaftsminister die Verantwortung bei den Ländern sehe, beschränke sich die Bundesumweltministerin auf das Zählen der Wölfe.

Die VDL, so Jürgen Lückhoff, als Dachverband der Landesschafzucht- und halterverbände beobachtet die aktuelle Entwicklung beim Herdenschutz mit großer Sorge und mahnt zum Handeln. „Nach mehr als 100 Jahren Weidewirtschaft ohne diesen großen Beutegreifer ist die Rückkehr des Wolfes eine erhebliche Belastung für die Schafhalter, die Probleme, Ängste, Arbeit und Kosten mit sich bringt. Wir brauchen dringend eine klare Aussage zu einer Obergrenze für Deutschland und davon abhängig Instrumente zur Regulierung für den Fall der Überschreitung des festgelegten Erhaltungszustandes. Dabei sind die Vorgaben internationaler, europäischer, bundes- und landesrechtlicher Rechtsvorschriften zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen,“ so der VDL-Vorsitzende.

Die Zahl der Wölfe in Deutschland entwickelte sich in den Monitoring-Jahren wie folgt:

  • 2009/2010 7 Rudel, 2 territoriale Paare, 5 sesshafte Einzeltiere
  • 2013/2014 25 Rudel, 8 territoriale Paare, 3 sesshafte Einzeltiere
  • 2015/2016 46 Rudel, 15 territoriale Paare, 4 sesshafte Einzeltiere.

2002 gab es 33 Übergriffe von Wölfen auf Schafe, 2015 waren es bereits über 600 Übergriffe auf Schafe und Ziegen. Die Umweltminister der Länder hätten zwar im Dezember 2016 einen Beschluss in die richtige Richtung gefasst und fordern vom Bund „weitere populationsbezogene Betrachtungen zum Erhaltungszustand der Art Wolf vorzunehmen.“ Ergebnisse sollen bis Ende 2017 vorgelegt werden. Die VDL kritisiert dieses Tempo angesichts der schnell wachsenden Wolfspopulation als viel zu langsam.

In einigen Bundesländern gebe es durchaus gute Ansätze. Aber es könne nicht angehen, dass es zum Beispiel nur Unterstützung für Herdenschafhalter gibt, die kleineren Züchter, die einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung von Genreserven leisten und den Herdenschafhaltern oft das erforderliche Zuchtmaterial zur Verfügung stellen, aber davon ausgeschlossen sind.

Lückhoff: „Wir wollen Tierschutz für unsere Schafe. Der damit verbundene Aufwand ist für viele Schafhalter sowohl von den Kosten als auch von der zusätzlichen Arbeitsanforderung kaum zu leisten. Die Schäfer wirtschaften seit Jahren an der untersten Einkommensgrenze in der Landwirtschaft. Es gibt bereits ernstzunehmende Ankündigungen von Schafhaltern, bei weiteren Übergriffen die Schafhaltung einzustellen.“

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