Login
Seuchen

Schleswig-Holstein BHV1-frei

Schwarzbunte
pd
am
31.03.2017

Kiel - Schleswig-Holstein ist seit 29. März 2017 offiziell BHV1-frei. Der entsprechende Durchführungsbeschluss 2017/486 der EU-Kommission wurde am 28. März im Bundesanzeiger veröffentlicht.

„Durch die offizielle Anerkennung als BHV1-freie Region können wir unsere Rinderbestände in Schleswig-Holstein besser schützen, gleichzeitig wird der Rinderhandel durch geringere Auflagen erleichtert“, so Minister Robert Habeck. „Der Status als BHV1-freie Region ist für alle Rinderhalterinnen und Rinderhalter ein großer Erfolg, der nur durch gemeinsame Anstrengungen umgesetzt werden konnte“.

Erleichterungen für den Handel mit Rindern zwischen Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern und Regionen, die ebenfalls den Status „BHV1-frei“ besitzen, gelten 29.März. So entfallen aufwändige und teure Quarantänemaßnahmen vor dem Verbringen von Rindern.

Auf der anderen Seite bedeutet die offizielle Anerkennung der BHV1-Freiheit Schleswig-Holsteins, dass Rinder aus Ländern und Regionen, die nicht als BHV1-frei anerkannt sind, von morgen an nur mit besonderen Auflagen nach Schleswig-Holstein verbracht werden dürfen. Das schützt die Rinderbetriebe in Schleswig-Holstein. Um den Schutz der Rinderbestände aber weiterhin so hoch wie möglich zu halten, gelten unter anderem für Viehausstellungen und -märkte bis auf weiteres wichtige zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Hamburg zählt vom 29.03.2017 an ebenfalls zu den BHV1-freien Regionen. Damit gilt dieser Status für fast alle Bundesländer Deutschlands bis auf zwei Regierungsbezirke in Nordrhein-Westfalen. Für einige EU-Mitgliedstaaten wie Schweden, Finnland, Dänemark, Österreich, und Teile Italiens gilt der BHV1-Freiheitsstatus ebenso wie für Norwegen und die Schweiz.

Biosicherheitsmaßnahmen und Bestandsuntersuchungen weiterhin notwendig

Um den Status als BHV1-freie Region nicht zu gefährden, muss eine Einschleppung des Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) in Rinderbestände auch zukünftig verhindert werden. Die BHV1-Bundesverordnung schreibt auch für Rinderbetriebe in BHV1-freien Regionen regelmäßige Bestandsuntersuchungen im bisherigen Umfang vor.

Infizierte Rinder können das Virus ihr Leben lang ausscheiden und so andere Rinder infizieren. Das Virus wird häufig von Tieren eingeschleppt, die keine Krankheitszeichen zeigen. Es ist aber auch möglich, dass das Virus über Personen, Fahrzeuge oder Gerätschaften übertragen wird. Somit sind Maßnahmen, die die Biosicherheit in Betrieben aufrechterhalten, weiterhin wichtig. Per Gesetz ist jeder Tierhalter verpflichtet, die Einschleppung von Tierseuchen in seinen Bestand und eine Weiterverbreitung zu verhindern. 

Auch interessant