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Schutzmaßnahmen gegen Wölfe

Wolf-Wald-Herbst
pd
am
06.10.2017

Berlin - Wölfe, die wiederholt Herdenschutzmaßnahmen überwinden, "können im Einzelfall mit Genehmigung der zuständigen Behörde entnommen werden". Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (18/13646) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13534) hervor.

Dazu heißt es weiter, dass der Herdenschutz das Risiko von Übergriffen auf Weidetiere minimieren soll. Ziel sei es, Akzeptanz bei der Bevölkerung und den Landnutzern gegenüber dem Wolf zu schaffen. Entsprechende Maßnahmen seien im Rahmen des sogenannten Wolfmanagements durch die Bundesländer zu organisieren. Der Schutz könne durch elektrisch geladene Draht- und Litzenzäune in von Fachleuten empfohlener Höhe und durch den Einsatz von Herdenschutzhunden erreicht werden. Darüber hinaus sei zu prüfen, ob Wölfe einzeln oder als Rudel entnommen werden können, wenn entsprechende Schutzmaßnahmen zum Beispiel aufgrund topographischer Schwierigkeiten nicht möglich sind.

Linke nimmt Bundesagrarministerium in die Pflicht

Die Fraktion Die Linke zeigte sich mit der Antwort der Bundesregierung unzufrieden. Das Bundesagrarministerium müsse Verantwortung für bundeseinheitliche Regelungen zum Herdenschutz übernehmen, so ihre Forderung. "Das Ministerium schiebe die Verantwortung dafür weiter mit fadenscheinigen Argumenten in die Bundesländer und das Bundesumweltministerium ab. Da aber bundeseinheitliche Regelungen gebraucht werden, kommt das unterlassener Hilfeleistung für die Weidetierhaltung gleich“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE die Antwort der Bundesregierungund ergänzt: "Es ist einfach zu billig, wenn die Bundesregierung weiteren Bedarf bei Aufklärungs-, Forschungs- und Überzeugungsarbeit bei anderen Akteuren sieht. Diese lustlose Beantwortung drängender Fragen ist entlarvend. Damit disqualifiziert sich das Bundeslandwirtschaftsministerium in Sachen Schutz der Weidetiere vor Wolfsübergriffen.“ 

 

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