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Fütterung

Schweinemast - Fachkenntnis ist gefragt

Ferkel Schnauze
Andrea Tölle, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
am
07.06.2018

Die neue Dünge-Verordnung kommt bei den meisten Landwirten verständlicherweise nicht gut an. Haben sie doch jetzt einen erheblichen Dokumentationsaufwand.

Andrea Tölle

Die Kontrollen und der Verwaltungsaufwand stellen viele Landwirte vor erhebliche Herausforderungen. Und viele Tierhalter brauchen zum Ausgleich mehr Fläche oder müssen ihre Gülle aufwendig veräußern. Der BBV engagiert sich hier und fordert Nachbesserungen.

Doch solange die bisherigen Regelungen so gelten, müssen Landwirte unternehmerisch denken. Dass sie das können und immer wieder Lösungen für die kuriosesten Gesetze finden, haben sie in der Vergangenheit schon oft bewiesen.

Jetzt gilt es, genau auf die Fütterung der Schweine zu achten. Wer z. B. die stark N-/P-reduzierte Fütterung anwendet, kann damit meist auf die teure Flächenzupacht oder eine Verkleinerung seines Bestandes verzichten. Bei der Phytase gibt es immer wirkungsvollere Substanzen. Die neuen Phytasen helfen sogar dabei, weitere Nährstoffe und Aminosäuren aufzuschließen. Allerdings kosten sie wieder mehr und diesen Mehrpreis können Landwirte wohl nicht an die Verbraucher weitergeben.

Dazu kommt, dass die N-P-reduzierte Fütterung eigentlich nur in der Mast umgesetzt werden kann. Denn Zuchtschweine sollten schon als Ferkel optimal mit allen Nährstoffen versorgt werden. Bei der N-P-reduzierten Fütterung in der Aufzucht kann sich aber sehr schnell ein Calciummangel während der späteren Laktation ergeben. Denn hier müssen Reserven mobilisiert werden, die vorher eingelagert werden müssen. Ist das nicht der Fall, zehren sich die Sauen dann für ihren Nachwuchs auf und werden keine sechs Würfe durchhalten.

Hier sind Fachkenntnis und gutes Management gefragt. Dass sie das haben, zeigen unsere Landwirte ohnehin immer wieder.

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