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Rinderbestand

Schweiz: Anzahl der Milchkühe auf dem Tiefststand

aiz
am
30.11.2016

Bern - Im Oktober wurden nur mehr knapp 566.000 Stück gezählt.

So wenige Milchkühe wie dieses Jahr gab es in der Schweiz seit Beginn der Erfassungen Ende der 80er-Jahre noch nie. Nur noch rund 566.000 Stück wurden diesen Oktober gezählt, wie die Statistik der Tierverkehrsdatenbank (TVD) zeigt. Die Zahlen befinden sich damit deutlich unter den Vorjahreswerten, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) in Bern. Vor einem Jahr umfasste der Bestand noch rund 573.000 Tiere, im Jahr 2009 waren es noch etwa 600.000 Stück. Für den verringerten Kuhbestand gibt es laut Experten mehrere Gründe. Wegen der tiefen Milchpreise dürften einige Produzenten ihre Kühe früher geschlachtet haben. Auch Betriebsaufgaben oder normale Schwankungen spielen eine Rolle.

"Bisher hat der Strukturwandel in der Milchwirtschaft zu weniger, dafür größeren Betrieben geführt, die mehr Milch liefern. Die heutigen Betriebe arbeiten sehr professionell und die Haltung inklusive Fütterung wird dem Umfeld angepasst", sagt Reto Burkhardt, Kommunikationsleiter bei den Schweizer Milchproduzenten (SMP). Auch sei die Genetik der Kühe immer besser geworden, weshalb die Milchmenge trotz weniger Tiere gehalten oder gar gesteigert werden konnte. Ein uneingeschränktes Leistungswachstum sei aber nicht möglich. In der Schweiz basiere die Fütterung primär auf Gras und einheimischem Raufutter. Der Einsatz von Kraftfutter sei damit begrenzt, so Burkhardt. Deshalb werde die abnehmende Zahl der Kühe irgendwann auch zu einer kleineren Gesamtmenge an Milch führen.

Die Schweizer Milchproduktion für die Verarbeitung betrug im Jahr 2015 rund 3,486 Mio. t. Von Januar bis September 2016 lag die kumulierte Anlieferung bei 2,616 Mio. t. Sie war damit um 0,5% geringer als in der Vorjahresperiode und um 2,7% tiefer als 2014. Seit 2009 ist die Zahl der eidgenössischen Milchlieferanten von 27.016 auf 21.765 im Jahr 2015 gesunken, gleichzeitig erhöhte sich die abgelieferte Menge je Betrieb im Schnitt von 121.648 t auf 154.705 kg.

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