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LfL Achselschwang

Shredlage: Versuchsergebnisse heuer besser

Maisernte
Dr. Thomas Ettle, LfL Tierernährung
am
28.09.2017

Die Ergebnisse der zweiten LfL-Versuchsreihe zur Shredlage fallen heuer besser aus. Den Bericht dazu gibt es in unserem Heft (BLW 39, S.45), den genauen Versuchsaufbau können Sie hier nachlesen.

Maisernte

Für die aktuellen Untersuchungen zur Futterqualität der Langschnittvariante Shredlage beim Silomais wurde am LVFZ Achselschwang der LfL Bayern im September 2016 Mais auf einem Schlag mit zwei parallel laufenden Häckselketten geerntet. Gehäckselt wurde mit einem Claas Jaguar 950 Feldhäcksler mit dem „Claas MCC Shredlage“ Korn-Aufbereiter (26,5 mm tHL) und einem Claas Jaguar 960 Feldhäcksler mit dem „Claas-Intensiv-Aufbereiter“ (7 mm tHL). Jedem Feldhäcksler war die gleiche Anzahl an Abfuhrgespannen zugeordnet, die insgesamt für beide Verfahren vergleichbare Transportvolumina aufwiesen. Einsiliert wurde in zwei identische Fahrsilos (27,5 m lang, 8,1 m breit, 2,0 m hoch). Für die Verdichtung der Shredlage im Fahrsilo kam ein Claas Xerion mit einem Gewicht von 19,2 t zuzüglich eines Verteilfahrzeuges (10,8 t) zum Einsatz. Die konventionelle Maissilage wurde mit einem Walzschlepper mit Frontlader mit einem Gewicht von 13,9 t verdichtet. Zur Absicherung des Siliererfolges wurde bei beiden Silagevarianten ein biologisches Siliermittel der Wirkungsrichtung 2 über eine Dosiereinrichtung am Häcksler eingebracht.
Nach dem Einbringen des Häckselgutes wurden die Silos unverzüglich abgedeckt (Wandfolie, Unterziehfolie und Silofolie, Beschwerung mit Sandsäcken, zusätzliche Sicherung mit Siloschutzgitter). Das Gewicht jeder angelieferten Fuhre wurde mittels Fuhrwerkswaage erfasst und der jeweiligen Häckselvariante zugeordnet. Insgesamt wurden 229 und 240 t Frischmais der Varianten Shredlage und Kontrolle geerntet und eingelagert. Während der Ernte wurden zu drei Zeitpunkten Stichproben des Grünmaises genommen und der Silierung unter optimalen Bedingungen im Laborsilo nach den Vorgaben der aktuellen DLG-Prüfrichtlinien zugeführt. Die Silagen wurden hinsichtlich der üblichen Gärparamter nach 90 Tagen und der aeroben Stabilität nach zweimaligem, 24 stündigem Luftstress nach 49 Tagen untersucht.

Die beiden Fahrsilos wurden nach 4,5 Monaten Lagerungsdauer geöffnet und zeitgleich ein 12-wöchiger Fütterungsversuch mit Milchkühen begonnen. Um mögliche, durch die Silagevariante bedingte Einflüsse auf den Milchviehfütterungsversuch erfassen zu können, erfolgte parallel ein „Controlling am Silo“: Die Temperaturmessung wurde an sechs Messpunkten an der Anschnittsfläche in zwei Einstichtiefen (40 cm und 100 cm) erfasst. Die Probenahme zur Bestimmung der Dichtelagerung erfolgte an drei Messpunkten (Oben, Seite, Unten) mit Hilfe eine Bohrzylinders (Innendurchmesser 9,2 cm) an vier Terminen.

12-wöchiger Milchviehfütterungsversuch

Für den 12-wöchigen Milchviehfütterungsversuch wurden 48 Brown-Swiss und Fleckviehkühe ausgewählt, die unter Berücksichtigung von Rasse, Laktation, Laktationsstand, Futteraufnahme, Milchleistung und Milchinhaltsstoffen gleichmäßig auf die Gruppen „Shredlage“ und „Kontrolle“ aufgeteilt wurden. In jeder Gruppe waren zehn Brown Swiss- und 14 Fleckviehkühe vertreten. Im Mittel befanden sich die Tiere zu Versuchsbeginn am 106. Laktationstag der 3. Laktation.
Die Kühe beider Versuchsgruppen wurden über eine Teilmischration versorgt, die bei einer unterstellten Aufnahme von 20,2 kg TM/Tag bezüglich Energie- und Nährstoffgehalten den Bedarf für eine Milchleistung von ca. 30 kg decken sollte. Auf Grund der vorliegenden einheitlichen Analysenergebnisse der beiden Maissilagevarianten wurden die Teilmischrationen für beide Versuchsgruppen gleich gestaltet, es wurde lediglich der Anteil an Shredlage gegen die Maissilage mit 7 mm Häcksellänge ausgetauscht. Um mögliche Effekte des Häckselverfahrens auf Leistungsparameter darstellen zu können, wurde der Anteil an Maissilage mit 47 % der TM sehr hoch gewählt (Bei unterstellter Aufnahme von 20,2 kg TM/d Teilmischration ergeben sich 9,5 kg TM/Tag Maissilage). Um weiterhin mögliche Vorteile in der Strukturwirkung bei höherer Häcksellänge des Maises darstellen zu können, wurde kein Stroh in die Teilmischration aufgenommen, das Stroh wurde zur freien Auswahl an zwei separaten Wiegetrögen angeboten. Für Milchleistungen über 30 kg/Tag wurde leistungsabhängig Milchleistungsfutter an Abrufstationen verabreicht.

Körperkondition genau verfolgt

Die Kühe wurden in einem Offenfrontstall mit Liegeboxen gehalten. Die Futteraufnahme wurde tierindividuell über Wiegetröge gemessen. Die Milchleistung wurde täglich erfasst, Milchproben wurden einmal je Woche vom Morgen- und Abendgemelk eines Tages gezogen.
Die Körperkondition wurde zu Versuchsbeginn, zur Versuchsmitte und zu Versuchsende erfasst. Dabei wurde der Body Condition Score (BCS) auf einer fünfstufigen Skala beurteilt. Die Rückenfettdicke (RFD) wurde mit einem Ultraschallgerät gemessen. Zusätzlich wurden die Kühe zu Versuchsbeginn, zur Versuchsmitte und zum Versuchsende gewogen. Eine Erfassung des Wiederkauverhaltens erfolgte über Nasenbandsensoren, die zehn Kühen je Versuchsgruppe über zwei Wochen angelegt wurden. Von den Kraft- und Grobfuttermitteln wurden monatliche Mischproben erstellt, an denen die Rohnährstoffgehalte nach Standardmethoden bestimmt wurden. Die Energiegehalte der Futtermittel wurden nach derzeit gültigen Vorgaben berechnet. Die Rohnährstoff- und Energiegehalte der TMR wurden aus den Analysenwerten der Einzelkomponenten und den über den Mischwagen erfassten tatsächlich täglich eingewogenen Mengen errechnet.

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