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Tierwohl - Details zum Programm für die Jahre 2018 bis 2020

pd
am
20.01.2017

Bonn - Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2017 in Berlin hat die Initiative Tierwohl Details zum Programm für die Jahre 2018 bis 2020 bekanntgegeben. Dieses wurde kürzlich von den Beteiligten vereinbart.

Masthähnchen

Mit der Unterzeichnung des Programms Anfang Januar sieht sich die Initiative Tierwohl für die Zukunft gerüstet. Die Partner aus der Branche hätten sich klar hinter die Initiative gestellt und ihre Zukunft gesichert. Ab 2018 würden sie sich mit einem erhöhten Budget von jährlich rund 130 Millionen Euro noch stärker engagieren, sodass deutlich mehr Tiere von den Maßnahmen profitieren könnten, lässt die Initiative verlauten. Zudem würden mit dem Programm umfassende inhaltliche Änderungen sowie die Verschärfung der Kontrollen beschlossen.

Weiterentwicklungen ab 2018

Die ab 2018 umgesetzten Änderungen gehen im großen Umfang auf die Empfehlungen des Beraterausschusses der Initiative Tierwohl zurück. „Nach wie vor gilt, dass nicht auf Knopfdruck alles geändert werden kann – wir haben aber in den letzten zwei Jahren und jetzt mit dem neuen Programm bewiesen, dass unser Vorgehen Schritt für Schritt für verbesserte Haltungsbedingungen über den gesetzlichen Standards sorgt. Das ist ein bedeutender Erfolg“, sagt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. Bereits vor zwei Jahren hat das freiwillige Branchenbündnis den Schritt in die Praxis gemacht und beweist seitdem, wie sich mehr Tierwohl ganz konkret umsetzen lässt.

Anhebung der Grundanforderungen

Geflügelhalter: Stallklima- und Tränkewasserchecks werden als zusätzliche verpflichtende Grundanforderungen festgeschrieben.

Kennzeichnung: Verbraucher sollen bei unbehandeltem Geflügelfleisch erkennen können, dass das Produkt aus einem Tierwohl-Betrieb stammt. Die entsprechenden Produkte werden dann gesondert gekennzeichnet sein. Damit werden insbesondere die Wünsche von Verbrauchern und Öffentlichkeit nach eindeutiger Zuordnung aufgenommen.

Besondere Förderung: Zusätzlich sollen künftig innovative Kriterien oder Kriterienkombinationen separat gefördert werden können. Dafür steht ein separater Betrag zur Verfügung.

Erhöhung des Finanzvolumens

Mit der zweiten Vertragsperiode 2018 bis 2020 verfügt die Initiative Tierwohl außerdem über deutlich mehr finanzielle Mittel: Die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels erhöhen ihren Beitrag von bisher 4 Cent auf 6,25 Cent pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisches sowie -wurst. In Summe stehen damit pro Jahr voraussichtlich rund 130 Mio. Euro zur Verfügung.        

„Mit dem deutlich größeren Budget und den erhöhten Grundanforderungen stellen wir sicher, dass für noch mehr Tiere schrittweise noch mehr fürs Tierwohl getan werden kann“, so Hinrichs.

Änderungen ab 2017: Verschärfte Kontrollen und Tiergesundheitsindex

Engmaschigere Kontrollen: Bereits ab 2017 werden zusätzliche jährliche Kontrollen durchgeführt. Diese umfassen die Prüfung der Tiergesundheit sowie der korrekten Umsetzung der Kriterien und erfolgen vollkommen unangekündigt. Bislang hat die Initiative Tierwohl in den teilnehmenden Betrieben rund 6.600 Kontrollen durchgeführt, die allermeisten davon ohne Beanstandungen. „Mit den engmaschigeren Prüfungen wollen wir die einwandfreie Umsetzung unserer Anforderungen in den teilnehmenden Ställen noch besser sicherstellen“, so Dr. Hinrichs.

Tiergesundheitsindex: Eine weitere Neuerung ist der Tiergesundheitsindex. Die Initiative Tierwohl hat bereits 2016 mit der Datenerfassung zur Tiergesundheit von Schweinen begonnen. Bis dato wurden ca. 65 Mio. Schlachtbefunddaten erfasst; dies ist die größte konsolidierte Datenerfassung ihrer Art. 2017 soll aus diesen Daten ein Tiergesundheitsindex entwickelt werden, der eine Vergleichbarkeit unter den teilnehmenden Betrieben ermöglicht, Rückschlüsse auf die Gesundheit der Tiere zulässt und Entwicklungen aufzeigt. Zudem soll so die Wirksamkeit der gewählten Kriterien auf das Tierwohl untersucht werden. Auch die Ergebnisse aus der Lebendtierbeschau der beim Schlachtbetrieb angelieferten Tiere sollen erfasst werden, wodurch weitergehende Rückschlüsse über den Zustand der Tiere im Bestand möglich sind.

Nachrückende Betriebe: Seit Mitte Januar 2017 können weitere 239 schweinehaltende Betriebe mit insgesamt 1,38 Millionen Tieren zusätzlich an der Initiative teilnehmen. Somit können inzwischen über 14 Mio. Schweine und knapp 235 Mio. Hähnchen und Puten von den Tierwohlmaßnahmen profitieren.

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