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Brauereiwagen-Geschicklichkeitsrennen

Vertrauen und Geschick

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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
04.08.2016

Zwiesel - Alleine mit der Stimme steuerten die Fahrer ihre Vierspänner.

Die Fahrer stellten damit den Alltag der früheren Brauereirösser nach. Anhand von zwölf Hindernissen wurden die brenzligen Situationen nachgestellt, die es damals zu meistern galt.

Fast 4000 Zuschauer standen dichtgedrängt am Straßenrand der über 1,5 km langen Strecke. Fässer, Sand und Wasser, eine Holzbrücke und sogar ein nachgestellter Wald waren auf der Straße aufgebaut. Der Grund war das Brauereiwagen-Geschicklichkeitsrennen, das in Zwiesel alle zwei Jahre im Rahmen des Grenzlandfestes durchgeführt wird – heuer bereits zum 15. Mal. Diese Veranstaltung ist einmalig in Deutschland. Hier zeigte sich die Vielfalt der privaten Brauereien rund um Zwiesel. Denn teilnehmen dürfen nur Gespanne aus der Region, und heuer traten immerhin 14 Fahrer an. Die schweren eisenbereiften Bierwagen unterschiedlicher Bauart, wie Schanz-, Bruck- oder Fasswagen, wurden von den Brauereien gestellt.

Zu den zwölf Hindernissen zählte eine Holzbrücke. Da es früher keine geteerten Straßen gab gehörte auch eine Sandbahn und ein „Waldweg“ zu den Hindernissen. Brav passierten die Pferde den unterschiedlichen Untergrund. Gefragt waren früher das enge Kurvenfahren, Hofeinfahrten passieren und das genaue Heranfahren mit dem Bierwagen an eine Laderampe zum Aufladen der Bierfässer. Damit sie ohne Abwurf um die Fässer kommen, holten die Fahrer zum Teil so weit aus, dass ihre Rösser auf dem Gehsteig liefen. Doch auch von der bunten Zuschauermenge ließen sich die Pferde nicht von der Arbeit abbringen. Die Steigung des Stadtplatzes stellte für Rösser und Fahrer eine zusätzliche Herausforderung dar.

Zwar gab es eine Höchstzeit von sieben Minuten, doch schnell sein reichte nicht. Vielmehr waren Können, Geschick und der vertraute Umgang mit den Pferden gefragt. Zwar wurde ab dem Überschreiten der Höchstzeit jede halbe Minute mit 2 Fehlerpunkten bestraft, doch die waren geringer als Fehlerpunkte an Hindernissen. Als Fehler bewertet wurden das Eingreifen mit der Hand (5 Fehlerpunkte/Hindernis), das Führen am Halfter (5 Fehlerpunkte/Hindernis) und der Ballabwurf an den Hindernissen mit Pylone (5 Fehlerpunkte/Hindernis).

Und nach dem Wettbewerb zogen alle zum Festplatz. Die Rosserer brachten ihre Pferde nach Hause bevor es zur Siegerehrung ins Festzelt ging. Auf der Bühne erhielten Sieger und Platzierte ihre Ehrenurkunden und Preise. Gewonnen hat Matthias Brandl, der mit seinen Kaltblütern den Wagen der Löwenbrauerei Passau durch den Parcours steuerte. Zweiter wurde Thomas Falter, der mit seinen Percherons den Wagen der Privatbrauerei Falter aus Regen zog. Knapp dahinter fuhr Christian Marchl mit seinen Süddeutschen Kaltblütern den Wagen der Karmelitenbrauerei Straubing ins Ziel.

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