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Milchförderungsfonds

Vier Fragen an Günther Felßner

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
04.01.2017

München - Günther Felßner ist Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Bayerischen Milchförderungsfonds. Das Wochenblatt hat ihm vier Fragen zu der Organisation gestellt.

Günther Felßner

Wochenblatt: Ist der Bayerische Milchförderungsfonds überholt?

Felßner: Einen Milchförderungsfonds gibt es nur in Bayern! Das ist richtig! Und ist er deshalb überflüssig? Falsch! Gerade weil wir in Bayern einen anderen Weg gehen müssen, wird er meines Erachtens immer wertvoller!

Wochenblatt: Warum braucht es ihn dann in Zukunft noch?

Felßner: Bei der Vielfalt unserer Betriebe mit unterschiedlichsten Strukturen und Ansichten sind wir schlichtweg mit einem Solidarfonds handlungsfähiger, wenn es um Werbung und Absatzförderung geht. Oder wenn man beim Thema Rohmilchmonitoring aktiv und von Erzeugerseite in Vorleistung gehen muss. Dass wir in Bayern einen deutlich besseren Milchpreis haben, liegt auch daran, dass wir immer rechtzeitig nach vorne gedacht und gehandelt haben.

Wochenblatt: Wie kann es gelingen, mehr Nutzen für die einzahlenden Milchbauern zu erzielen?

Felßner: Der Fonds hat sich in den letzten Jahren bereits ständig weiterentwickelt: Seit 2009, als zum Beispiel das Thema Tbc nur wenigen bekannt war, haben wir schon reagiert und die Leistungen des Fonds erweitert: Wenn das Image der Milch in Gefahr ist, geht die Milch notfalls nicht in die Molkerei. Das gilt übrigens auch für andere Kalamitäten, nur wurde dies nicht an die große Glocke gehängt. Um zu helfen, müssen wir nicht auf die Politik oder die Veterinärverwaltung warten.

Wochenblatt: Was muss geschehen, damit die Erzeuger bei gemeinsamen Aktivitäten auch künftig mitreden können?

Felßner: Dazu benötigen wir Mittel. Wir haben bereits in den letzten Jahren Absatzfördermaßnahmen der Landesvereinigung aus dem Fonds unterstützt. Mit „freien“ Mitteln können wir ohne Probleme die Marke Bayern unterstützen. Dazu zählt auch die meines Erachtens gut angelaufene Initiative einer Verbändeplattform „Unsere bayerischen Bauern“.

Hintergründe zum Milchförderungsfonds liefert der Artikel Was der Milchförderungsfonds leistet

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