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Seuchen

Vogelgrippe in bayerischem Hausgeflügelbestand - kein Aufstallverstoß

Huhn
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
17.01.2017

Burgbernheim - Vor einer Woche erhielt das Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim die schriftliche Bestätigung, dass im Landkreis die hochpathogene Form H5N8 in einem Hobbyhalterbetrieb nachgewiesen wurde. Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt hat beim Landratsamt zum Geflügelpestfall nachgefragt.

Die Fragen hat Wochenblatt-Redakteurin Andrea Tölle vergangene Woche am 12.01.2017 an Rainer Kahler, Pressestelle des Landratsamtes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, gerichtet. Die Antworten sind uns am Montag, 16.01.2017, 19:27 Uhr zugegangen.

Wissen Sie schon auf welchem Weg der Erreger in den Betrieb gelangt ist und welche Kontaktbetriebe es gibt?

Kahler: Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Feststeht, dass keine Anzeichen für einen Verstoß gegen das Aufstallgebot gegeben sind bzw. sich der Tierhalter offensichtlich an die von uns am 21. November per Allgemeinverfügung angeordnete Aufstallung gehalten hat.

Die Einschleppung über Hausgeflügel, Personenkontakte oder Sachverkehr (Speiseabfälle) kann ausgeschlossen werden. Als Übertragungsweg bleibt somit nur das Wildgeflügel übrig.

Welche Maßnahmen werden im Laufe dieser Woche noch ergriffen?

(Hinweis der Redaktion: Fragestellung erfolgte am 12.1.2017)

Kahler: Der Bestand wurde unverzüglich gesperrt. Außerdem wurde eine Überwachungszone nach § 17 Geflügelpest-Verordnung eingerichtet.  Der komplette Geflügelbestand (9 Hühner, 4 Enten und 3 Gänse) wurden zwischenzeitlich gekeult und an das Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit abgegeben. Die Reinigung bzw. Desinfektion des Stalles wurde angeordnet und ist zwischenzeitlich abgeschlossen.

Mit Allgemeinverfügung vom 11.01.2017 wurde ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Unsere Allgemeinverfügungen sowie weitere/aktuelle Informationen können Sie auf unserer Internetseite nachlesen (http://www.kreis-nea.de/service-themen/abfall-natur-umwelt/gefluegelpest.html) oder unter über die Startseite www.kreis-nea.de -> Service & Themen -> Abfall, Natur & Umwelt -> Geflügelpest nachlesen. Zurzeit werden die Betriebe im Sperrbezirk überprüft.

Hat dieser Ausbruch auch für die anderen bayerischen Geflügelhalter Konsequenzen?

Kahler: Siehe aktuelle Allgemeinverfügung vom 11.01.2017.  Die angeordneten Maßnahmen, Ver- und Gebote sind einzuhalten. Betroffen sind zurzeit die im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet liegenden Betriebe im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und im angrenzenden Landkreis Ansbach (siehe Karten im Internet). Inwieweit die Geflügelpest und die behördlichen Anordnungen Auswirkungen auf die bayerischen Geflügelhalter haben wird, lässt sich aus unserer Sicht nicht beurteilen.

Es gilt ja seit 18. November die Stallpflicht. Diese wird nun wohl nicht nach 12 Wochen gelockert, oder?

Kahler: Hierüber hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) zu entscheiden, das die Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel und ein bayernweites Verbot für Ausstellung und Märkte mit Geflügel in Bayern angeordnet hat.

Was heißt das finanziell für Betriebe, die Freilandeier erzeugen?

Kahler: Eine Einschätzung unsererseits ist nicht möglich. Das Bayerische Landesamt für Landwirtschaft (LfL) kann  Ihnen hierzu nähere Auskünfte erteilen.

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