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Seuchen

Vogelgrippe - bayerischen Hobby-Geflügelhalter droht Strafe

Gans im Stall
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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
02.02.2017

Regensburg - Es dürfte wohl dem Leichtsinn eines Hobby-Züchters zu verdanken sein, dass jetzt im Landkreis Regensburg ein erster Fall von Geflügelpest aufgetreten ist.

Wie das Landratsamt Regensburg bestätigt, hatte der Züchter in der Gemeinde Lappersdorf seine Tiere frei laufen lassen. Das Vereinäramt geht davon aus, dass es durch den Kontakt der Schwäne, Enten und Gänse mit Wildvögeln zur Ansteckung gekommen ist. Alle Tiere des Züchters wurden bereits in der vergangenen Woche getötet und dem Tierhalter droht juristischer Ärger. Die Landkreisbehörde hat bereits ein Bußgeldverfahren in Gang gesetzt, es drohen bis zu 30.000 € Geldbuße.

Im Umkreis von 3 km um das Lappersdorfer Anwesen wurde ein Sperrbezirk festgelegt. Darin werden alle Geflügelbestände untersucht. Der Sperrbezirk umfasst 34 Ortsteile der Gemeinde Pettendorf und des Marktes Lappersdorf. Zusätzlich gibt es ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von 10 km. Laut Landratsamt Regensburg gibt es derzeit im Sperrgebiet 72 Geflügelhalter mit rund 2300 Tieren, im Beobachtungsgebiet sind es 267 Geflügelhalter mit 243 860 Tieren. Wer Vögel oder Geflügel im Sperrbezirk besitzt, muss unter anderem dafür sorgen, dass sie nicht in Kontakt mit Wildvögeln kommen, sie dürfen auch nicht aus der Sperrzone herausgebracht werden.

Wegen eines Verdachts auf Vogelgrippe mussten jetzt auch über 200 Tiere eines Oberpfälzer Wildparks getötet werden. Außerdem wird im Umkreis der sogenannten Höllohe in Teublitz im Landkreis Schwandorf ein Sperrbezirk eingerichtet.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit teilte mit, dass die Aufstallungspflicht nach wie vor unbegrenzt gelte. Verdachtsfälle gibt es derzeit bei Wildvögeln im Kreis Neuburg-Schrobenhausen. Bestätigt ist der Virus derzeit in insgesamt 25 Landkreisen in Bayern sowie in München, Nürnberg und Ingolstadt.

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