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Seuchen

Vogelgrippe in Bayern - Beschränkung für Freilandeier gültig

Eier im Karton
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
13.02.2017

München - Weder aus Brüssel noch aus München gibt es Signale, die erkennen lassen, dass man sich der für Freilandhalter anbahnenden Vermarktungsverluste annehmen will. Das bayerische Umweltministerium hält an der allgemeinen Stallpflicht bis auf Weiteres fest und das LGL weist auf die Vermarktungsbeschränkung für „Freilandeier“ hin. Das war's bislang.

"Um das Hausgeflügel in Bayern vor der hoch ansteckenden Geflügelpest zu schützen, muss die Stallpflicht auch weiter konsequent umgesetzt werden", so schreibt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) heute in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig appelliert die Behörde an die Vernunft und die Geduld der Geflügelhalter.

Dass die Behörden an den Sicherheitmaßnahmen festhalten, ist nachvollziehbar. Das LGL hat mittlerweile in allen bayerischen Regierungsbezirken Geflügelpest bei Wildvögeln und in vier Regierungsbezirken die Geflügelpest beim Nutzgeflügel nachgewiesen. Die Nachweise in mittlerweile sechs Nutzgeflügelbeständen und in einem Tierpark sowie in einer Greifvogelauffangstation in Bayern zeigen, dass noch keine Entspannung in Sicht sei, so die Behörde. Um eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest und vor allem einen weiteren Eintrag des Erregers in Nutzgeflügelbestände möglichst zu verhindern, müssen, so das LGL, weiterhin alle Vorsichtsmaßnahmen aufrechterhalten werden. Dazu zähle die seit Mitte November 2016 geltende landesweite Stallpflicht, erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen auch in Kleinbetrieben und das landesweite Verbot von Märkten, Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen.

Was aber bislang fehlt, sind Vorschläge, wie man den Verlusten der Freilandhalter begegnen kann, sei es über eine direkte finanzielle Unterstützung oder über eine Verlängerung der 12-Wochenfrist. Baden-Württemberg ist hier den Weg gegangen, dass es über den Umstieg auf eine risikobasierte Aufstallpflicht, neue Fristen erreichen konnte. Schleswig-Holstein hat finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt.

Eine Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen ist nicht in Sicht. Die Aufhebung der Maßnahmen hängt von der weiteren Entwicklung der Situation ab, die genau beobachtet wird. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut.

Vermarktung als Eier aus Bodenhaltung

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) teilt in diesem Zusammenhang lediglich mit, dass aufgrund EU-rechtlicher Vermarktungsvorschriften nach zwölf Wochen Stallpflicht eine Vermarktungsbeschränkung für Freilandeier besteht. Nach Ablauf dieser Frist, müssen danach gelegte Eier von Hühnern aus Freilandhaltung als Eier einer anderen Haltungsart (i.d.R. Bodenhaltung) vermarktet werden. Dieser Zeitpunkt ist in den allermeisten Fällen mit dem 13. Februar erreicht. Da die Aufstallungspflicht durch die jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden angeordnet wurde, kann es im Einzelfall zu kleinen zeitlichen Abweichungen von diesem Datum kommen.

Um die vorrätig gehaltenen Verpackungen für Freilandeier weiterhin nutzen zu können, planen die beteiligten Unternehmen die Verwendung von Zusatzetiketten, welche den Verbraucher über die geänderte Haltungsform informieren. Derartige pragmatische Lösungen werden von den Lebensmittelüberwachungsbehörden akzeptiert, solange die Verpackung den Verbraucher eindeutig darüber informiert, dass Eier aus Bodenhaltung und keine Freilandeier enthalten sind.

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