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Seuchen

Vogelgrippe in Bayern - bislang nur Wildvögel betroffen

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
02.12.2016

München - Das Friedrich-Löffler-Institut hat in 23 Landkreisen beziehungsweise Städten die Vogelgrippe nachgewiesen. In vier Landkreisen besteht der Verdacht auf die Gefügelseuche.

Reiherenten

In diesen bayerischen Landkreisen beziehungsweise Städten hat das Friedrich-Löffler-Institut als nationales Referenzlabor bei tot aufgefundenen Wildvögeln den hochpathogenen Subtyp H5N8 der Geflügelpest nachgewiesen:

  1. Landkreis Lindau
  2. Landkreis Starnberg
  3. Landkreis Rosenheim
  4. Landkreis Traunstein
  5. Landkreis Weilheim-Schongau
  6. Landkreis Miesbach
  7. Landkreis Augsburg
  8. Landkreis Freising
  9. Landkreis Ostallgäu
  10. Landkreis Unterallgäu
  11. Landkreis Landshut
  12. Landkreis Rottal Inn
  13. Landkreis Straubing-Bogen
  14. Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
  15. Landkreis Landsberg am Lech
  16. Landkreis Ebersberg
  17. Landkreis Hof
  18. Landkreis Erding
  19. Landkreis Neu-Ulm
  20. Landkreis Aichach
  21. Stadt Nürnberg
  22. Stadt Ingolstadt
  23. Stadt München.

Des Weiteren hat das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei Wildvögeln aus dem

  1. Landkreis Neuburg Schrobenhausen
  2. Landkreis Weissenburg-Gunzenhausen
  3. Landkreis Fürstenfeldbruck
  4. Landkreis Roth

Erreger vom Subtyp H5 nachgewiesen. Diese Proben sind zur Bestätigung, weiteren Subtypisierung und Pathogenitätsbestimmung an das Nationale Referenzlabor, Friedrich-Loeffler-Institut, weitergeleitet worden.

Stallpflicht und Ausstellungsverbot in Bayern

Am 18. November 2016 hat das Bayerische Staatministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung ist es jetzt besonders wichtig, eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit.

Des Weiteren hat das Bayerische Umweltministerium veranlasst, dass ein bayernweites Verbot für Ausstellungen und Märkte mit Geflügel angeordnet wird. Für die Anordnung der Maßnahmen sind die Kreisverwaltungsbehörden zuständig.

Geflügelhalter müssen außerdem die Eilverordnung des Bundes beachten: verordnungueberbesondereschutzmassregelninkleinengefluegelhaltungen.pdf

Bundes- und europaweit auf dem Vormarsch

Bundesweit wurde der Erreger inzwischen in 13 Bundesländern festgestellt. So ist das Geflügelpest-Virus diese Woche bei weiteren Wildvögeln in Schleswig-Holstein  festgestellt worden. „Das zeigt, dass das Virus weiter in der Natur aktiv ist und sich ausbreitet. Es gilt nach wie vor, die strengen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten, auch wenn sie für alle Beteiligten Einschränkungen bedeuten“, sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck. Zu den in Schleswig-Holstein betroffenen Vogelarten zählen  Reiher-, Stock-, Eiderente, Säger, Graugans, Schwan, Graureiher aber auch Aasfresser wie Möwe, Bussard und inzwischen auch Seeadler.

In Neukloster in Mecklenburg-Vorpommern wurde diese Woche das hochpathogene H5N8-Virus in einem kleinen Geflügelbestand mit rund 300 Hühnern, Enten und Gänsen amtlich festgestellt. Damit sind landesweit mittlerweile insgesamt 10 Nutztierbestände von der hochpathogenen Geflügelpest H5N8 in Mecklenburg-Vorpommern betroffen und 2 Bestände von einer niedrigpathogenen Form des Virus. Ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet wurden vom zuständigen Veterinäramt des Landkreises Nordwestmecklenburg eingerichtet.

 

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