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Seuchen

Vogelgrippe - Europa, Asien und Afrika sind betroffen

Friedrich-Löffler-Institut
am
07.12.2016

München/Riems - In Europa wurde der erste bestätigte Fall von Vogelgrippe Ende Oktober aus Ungarn gemeldet. Danach folgte Polen und kurz darauf Deutschland. Mittlerweile hat sich das Virus über ganz Europa ausgebreitet. Außerdem wurde der Erreger in Asien und Afrika nachgewiesen.

Reiherente

Obwohl nicht annähernd alle totgefundenen Wildvögel untersucht werden konnten, wurden bis zum 02.12.2016 420 Fälle von der hochaggressiven Form der Geflügelpest H5N8 bei Wildvögeln und 16 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln festgestellt. Inzwischen (Stand 02.12.2016) sind 13 Bundesländer betroffen: Schleswig - Holstein (Wildvögel, Geflügel), Baden-Württemberg (Wildvögel), Bayern (Wildvögel), Mecklenburg - Vorpommern (Wildvögel, Geflügel, 3 Tierparks) , Sachsen (Wildvögel), Niedersachsen (Wildvögel, 1 Putenmastbetrieb), Hessen (Wildvögel, Tierpark), Nordrhein -Westfalen (Wildvögel), Berlin ( Wildvögel ), Sachsen - Anhalt (Wildvögel, 1 kleiner Geflügelbestand im Harz), Hansestadt Hamburg (Wildvögel, Tierpark), Hansestadt Bremen ( Wildvögel) und Brandenburg (Wildvogel). Insgesamt liegen weitere 14 Verdachtsfälle vor (Stand 02.12.2016; 11:45 Uhr ).

In den meisten Bundesländern sind landesweite Aufstallungsgebote erlassen worden. Am häufigsten wird der Erreger in Proben von verendeten Reiherenten, Schwänen , anderen Tauchentenarten, Tauchern, Sägern, Blesshühnern und einigen Meeresenten nachgewiesen. Es mehren sich allerdings auch Fälle bei Möwen, Greifvögeln einschließlich Seeadler in Gebieten mit gehäuften Wasservogel-Totfunden in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig -Holstein. HPAIV H5N8 wird nun vermehrt auch bei Wasservögeln nachgewiesen, die an Binnengewässern in Deutschland tot aufgefunden wurden.

Epidemiologische Lage in Europa und anderen Kontinenten

Ungarn berichtete am 26.10.2016 von einem HPAIV H5N8-Nachweis bei einem verendeten Höckerschwan in Fehértó, Csongrad und verzeichnete am 02.11.2016 einen HPAI H5N8 -Ausbruch in einem kommerziellen Putenbestand in Tótkomlós, Bekes. Bisher wurden weitere 39 Ausbrüche in Wassergeflügelhaltungen festgestellt.

Polen meldete am 07.11.2016 den Nachweis von HPAIV H5N8 bei fünf tot gefundenen Wildenten und einer Möwe am Dammschen See in Goleniow, etwa 20 km Luftlinie von der Grenze zu Mecklenburg -Vorpommern. Insgesamt gaben die polnischen Behörden den Fund von über 70 toten Enten und Möwen an.

In der Schweiz hat sich das Virus vom Bodensee in südwestlicher Richtung ausgebreitet. Während HPAIV H5N8 zwischen dem 09. und 12.11.2016 um den Bodensee bei toten Wasservögeln nachgewiesen wurde, wurde es ab dem 13.11.2016 am Genfer, Bieler und Neuenburger See gefunden. Bisher gibt es Meldungen von 77 Fällen bei Wildvögeln. Die Schweiz hat am 15.11. ein bundesweites Aufstallungsgebot für Geflügel erlassen.

Aus Österreich wurden bisher 10 Fälle von HPAI H5N8-Infektionen überwiegend bei Reiherenten am Ostufer des Bodensees (Vorarlberg) diagnostiziert. Außerdem gab es in Österreich einen Ausbruch von Geflügelpest mit dem Subtyp H5N8 bei einer Putenhaltung mit Auslauf in Gewässernähe in Bregenz (Vorarlberg), der am 11.11.2016 festgestellt wurde .

Kroatien bestätigte am 09.11.2016 den Nachweis von HPAIV H5N8 bei Wildvögeln.

Zwischen dem 10. und 30.11.2016 meldete Dänemark 24 Fälle von HPAIV H5N8 bei Wildvögeln. Die Fälle sind über das ganze Land verteilt. Der Ausbruch von HPAI H5N8 in einem Geflügelbetrieb im Kreis Glostrup wurde am 21.11.2016 bestätigt .

In den Niederlanden wurde zwischen dem 9. und 29.11.2016 HPAIV H5N8 bei insgesamt neun Wildvögeln bestätigt. Außerdem meldeten die Niederlande den Nachweis von HPAIV H5N8 in zwei zoologischen Gärten. Am 26.11.2016 wurde auch in der Provinz Flevoland der Ausbruch von HPAI H5N8 in einem großen kommerziellen Entenbestand bestätigt.

In Schweden wurde am 14. 11.2016 nahe der Grenze zu Dänemark bei einer totgeborgenen Schellente HP AIV H5N8 festgestellt. Darüber hinaus wurde am 23.11.2016 ein Ausbruch in einem großen Legehennenbetrieb in Helsingborg mit 153.000 Tieren bestätigt.

Finnland meldete am 25.11.2016 die erste HPAI H5N8-positive Reiherente in Aaland. Am 0 1.12.2016 wurde in derselben Gemeinde H PAI H5N8 bei Vögeln eines Zoos bestätigt.

Im selben Zeitraum informierte auch Frankreich über den Fund von HPAI H5N8 bei gehaltenen Wildvögeln eines Zoos in Calais und kurze Zeit später bei domestizierten Enten im Süden Frankreichs.

Rumänien bestätigte am 28.11.2016 HPAI H5N8 bei einem verendeten Singschwan. Außerhalb Europas wurde HPAIV H5N8 im Russisch -Mongolischen Grenzgebiet am See Ubsu-Nur in der Republik Tyva im Juni 2016 bei Graureihern, Haubentauchern, Kormoranen, Seeschwalben, Enten und Lachmöwen nachgewiesen.

Russland bestätigte am 17.11.2016 den Ausbruch von Geflügelpest H5N8 in zwei Geflügelbeständen.

Bereits Mitte Oktober 2016 hatte Indien ein massives HPAIV H5N8 Ausbruchsgeschehen mit hohen Mortalitäten sowohl bei Zoo - und Wildvögeln als auch bei Geflügel gemeldet.

Die Ukraine bestätigte am 30.11.2016 Geflügelpest in einem Geflügelbetrieb.

Auch der Iran meldete den Ausbruch von Geflügelpest mit dem Subtyp H5N8 in einem Geflügelbetrieb.

In Tunesien wurde HPAI H5 bei verschiedenen Wildvogelspezies nachgewiesen.

In Israel und Ägypten gab es H5N8 -Funde bei verendeten Wildvögeln.

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