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Seuchen

Vogelgrippe - Frankreich besonders hart getroffen

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
13.01.2017

München - Schwerer als in Deutschland trifft das Virus in Europa die Geflügelhalter in Frankreich: Dort verzeichnet das Landwirtschaftsministerium inzwischen H5N8-Ausbrüche in 83 Nutzgeflügelbeständen.

Wie er Bayerische Bauernverband berichtet, ordneten nun die Behörden in Frankreich in drei Regionen die Tötung aller Freilandgänse- und - enten an: Zunächst ca. 800.000 Tiere, möglicherweise gar 1,3 Mio. Das soll in der Region, der Hochburg der Gänseleberproduktion, 18 Mio. Tiere vor einer weiteren Virusausbreitung schützen.

In Europa grassiert der Erreger inzwischen in 16 Staaten. Besonders in Ungarn, Frankreich und den Niederlanden sind zahlreiche Hausgeflügelhaltungen betroffen. Auch auf den britischen Inseln gab es Ausbrüche. Weltweit wurden im Jahr 2016 bereits Vogelgrippeausbrüche aus 77 Staaten mit 13 unterschiedlichen Virustypen gemeldet. Den aktuell in Europa grassierenden Stamm H5N8 führt das FLI nach Genanalysen auf Ausbrüche unter Wildvögeln im Sommer 2016 in Südrussland zurück.

Bayern: erster Fall in einem Nutzgeflügelbestand

In Bayern trat der Errerger erstmals in dieser Saison in einem Nutzgeflügelbestand auf. Das Landratsamt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim meldete am 10.01.2017, dass sich der Verdacht auf Ausbruch der Geflügelpest in einem kleinen Hobbygeflügelbestand mit knapp 20 Tieren bestätigt hat. Mindestens bei einem der bereits am vergangenen Samstag auf Anordnung des Landratsamtes getöteten Tiere konnte das hochpathogene Influenza-A-Virus vom Subtyp H5N8 nachgewiesen werden. Der Halter hatte das Veterinäramt bereits am Dienstag, 3. Januar, über auffallende Krankheitssymptome mehrerer Tiere informiert.

Deutschland: jüngster Nachweis bei Nutzgeflügel erfolgte in Brandenburg

Am Mittwoch war der Geflügelpest-Erreger H5N8 bei gestorbenen Puten in einem Putenbestand bei Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) nachgewiesen worden. "Der Betrieb muss jetzt 30 Tage leer bleiben", sagte der Umweltdezernent des Landkreises Werner Nüse der rbb-Sendung "Brandenburg aktuell". Die Kyritzer Mitarbeiter des Unternehmens werden so lange an anderen Standorten eingesetzt. Die Höhe des Schadens ist noch unklar. Es ist in dieser Saison in Brandenburg der erste Vogelgrippe-Fall vom Typ H5N8 in einem Nutzgeflügelbestand. Nachdem das nationale Referenzlabor den Verdacht bestätigte, wurden die 11.000 Tiere des Betriebs unverzüglich getötet, teilte eine Sprecherin des Landkreises mit. Die Ursache für die Infektion sei derzeit noch unklar, sagte eine Sprecherin des Potsdamer Verbraucherschutzministerium, wie der rbb berichtet.

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