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Betriebswirtschaft

Jetzt vorbauen

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Max Riesberg, Wochenblatt
am
05.10.2017

München - Wenn man kaum Einfluss auf Auszahlungspreise hat, dann muss man schauen, wo sonst noch etwas aus der Produktionskette herauszuholen ist

Max Riesberg

Dass sich die Lage am Milchmarkt derzeit etwas entspannt hat, traut man sich gar nicht laut zu sagen. Doch der derzeitige leichte Aufwärtstrend ist extrem wichtig für die Milchviehbetriebe, die geläuterten Seelen der Betriebsleiter und ihr Portemonnaie. Nicht von der Hand zu weisen ist dabei aber auch, dass beim letzten Milchpreisdesaster wieder viele Betriebe auf der Strecke geblieben sind. Die Gründe dafür sind freilich verschiedenster Natur, aber wenn unterm Strich nichts mehr übrig bleibt, ist es halt schwer, sich auf lange Sicht über Wasser zu halten.

Genau um das Überwasserhalten geht es dem LKV Bayern mit seinem neuen Beratungsangebot CashCow. Wenn man schon keinen Einfluss auf Auszahlungspreise hat, dann muss man schauen, wo sonst noch etwas aus der Produktionskette herauszuholen ist. Und das kann mitunter sehr spannend, wenn auch manchmal ziemlich ernüchternd sein. Denn im Bayernschnitt bleiben rund 15 000 Euro pro Betrieb und Wirtschaftsjahr auf der Strecke. Beachtlich!

Im Vergleich zur Betriebszweigauswertung BZA ist der Aufwand für die Analyse mit CashCow überschaubar und von jedem Betrieb gemeinsam mit dem Berater zu stemmen. Auf einen Blick sieht man dann, wo es sich wirklich lohnt, den Hebel anzusetzen. Stichwort: Futtermittel-, Tierarzt- oder Bestandsergänzungskosten. Und man muss sich nicht mehr auf das Bauchgefühl verlassen.

Grund zur Euphorie ist das sicher noch lange nicht. Aber es ist ein wichtiger Ansatz, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes langfristig im Blick zu haben. Denn eins ist auch sicher: Die Erzeugerpreise werden weiterhin schwanken. Dann wird es sich bei aller Notwendigkeit politisch vertretbarer Rahmenbedingungen für die Milcherzeugung und die gesamte tierische Veredelung auszahlen, rechtzeitig vorgebaut zu haben, um nicht bei den nächsten Kandidaten dabei zu sein, welche die Flinte ins Korn werfen müssen.

Mit Material von Ein Kommentar von Max Riesberg. Wochenblatt- Redakteur, maximilian.riesberg@dlv.de
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