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Afrikanische Schweinepest

Weiterhin Zweifel am Nutzen des dänischen Wildzauns

Keiler Wildschwein
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
10.04.2019

Nun soll die EU-Kimission eine detaillierte Bewertung des Zaunes gefordert haben.

Die Europäische Kommission hegt weiterhin Zweifel am Nutzen des dänischen Wildzauns an der Grenze zu Deutschland. Medienberichten zufolge hat die Brüsseler Behörde die dänische Regierung jetzt dazu aufgefordert, eine „detaillierte Bewertung“ des Zauns vorzulegen, aus der hervorgeht, dass die Anlage die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) tatsächlich verhindern kann. Die Kommission ist zudem besorgt, dass der Zaun die Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie verletzt, da wandernde Tierarten am Wechsel gehindert werden.

Laut den Medienberichten soll Landwirtschaftsminister Jakob Ellemann-Jensen gelassen auf die Aufforderung reagiert haben. Er verwies auf die dänische Umweltschutzbehörde, die bezüglich der von der Kommission aufgeworfenen Fragen keine Einwände gegen die Anlage zum Schutz vor ASP-infizierten Wildschweinen erhoben habe.

70 km lang und 1,5 m hoch

Der Bau des insgesamt 70 km langen Wildzauns hatte Ende Januar begonnen und soll bis zum Herbst abgeschlossen werden. Er besteht laut dem Kopenhagener Agrarressort aus Stahlmatten, die oberirdisch eine Höhe von 1,5 m aufweisen und 0,5 m in den Boden reichen, um ein Untergraben durch Wildschweine zu verhindern. Alle 100 m ist eine quadratische Öffnung von 20 cm Kantenlänge vorgesehen, damit kleine Tiere den Zaun passieren können. Hinzu kommen mindestens ein Tor pro Kilometer Zaunlänge sowie rund 20 dauerhafte Öffnungen an Wasserwegen und Grenzübergängen. Diese Lücken sollen mit Kameras überwacht werden.

Mit Material von AgE
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