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Medikamente

Weniger Antibiotika in der Tierhaltung

Schwein auf Stroh
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
18.06.2019

Das Antibiotikamonitoring im QS-System hat dazu beigetragen, die tatsächliche Situation des Antibiotikaeinsatzes in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung darzustellen und auf Betriebsebene transparent zu machen.

Seit dem letzten Statusbericht im Jahr 2016 konnten weitergehende Ziele umgesetzt werden. Die Kennzahlen zum Antibiotikaeinsatz sind

  • für Schweine rückläufig,
  • während sie für Mastkälber und Puten haltende Betriebe stagnieren und für Masthühner haltende Betriebe ein leichter Anstieg ausgemacht werden konnte.

Die Kennzahlen sind für alle Tierarten und Nutzungsgruppen transparent darstellbar. Der Einsatz kritischer Antibiotika (Cephalosporine der 3. und 4. Generation und Fluorchino-lone) wurde deutlich und kontinuierlich reduziert. Der Antibiotikaeinsatz von QS-Betrieben im Ausland wird vollständig erfasst und bewertet. Eine umfassende Beraterdatenbank für Tierärzte konnte mittels verschiedener Auswer-tungstools zum Antibiotikaeinsatz geschaffen werden.

So geht es weiter

Die Weiterentwicklung des Antibiotikamonitorings im QS-System für die nächsten Jahre beinhaltet u.a.

  • die Prüfung, wie neben den Mastkälber haltenden Betrieben auch die weiteren Rinder haltenden Betriebe in das Antibiotikamonitoring im QS-System aufgenommen werden können,
  • die Bewertung, ob alternative Auswertungsmethoden wie die Animal Daily Dose (ADD) als Ergänzung oder Alternative zum Therapieindex zur Verbesserung der Aussagekraft der Auswertungen und ihrer Vergleichbarkeit beitragen können,
  • die Prüfung der Wirksamkeit der Kennzahlen Median und drittes Quartil als Benchmark-Werte
  • die Einbindung noch besserer Auswertungstools für die tagesaktuelle Beratung sowie
  • die Erweiterung der Auswertung, um Resistenzentwicklungen gegenzusteuern.

Zukünftig scheint das Potential für weitere Reduzierungen im Vergleich zu den Vorjahren weniger stark ausgeprägt und eine Fokussierung auf die weitere Abnahme der absoluten Antibiotikamengen daher nicht mehr zielführend, denn kranke Tiere müssen im Sinne des Tierschutzes behandelt werden. In den Mittelpunkt rücken somit u.a. die Reduzierung von Resistenzen und die Betrachtung und Verbesserung der Tiergesundheit als Ganzes.

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