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Fütterung

Weniger Importsoja auch bei Geflügel möglich

pd
am
31.10.2016

München / Kitzingen - Ein staatlicher Fütterungsversuch hat ergeben, dassder Einsatz von mehr heimischem Eiweißfutter auch in der Geflügelhaltung möglich ist.

Masthähnchen

Den Fütterungsversuch hat das staatlichen Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung in Kitzingen durchgeführt. Der Anteil an heimischen Ackerfrüchten wie Getreide, Rapsschrot oder Erbsen könnte danach von derzeit rund 55 Prozent auf bis zu 70 Prozent gesteigert werden. Der Anteil an Importsoja im Futter würde sich damit von derzeit 45 Prozent auf bis zu 30 Prozent reduzieren. „Der Versuch zeigt, dass auch in der Geflügelhaltung die Abhängigkeit von importiertem Soja noch deutlich reduziert werden kann“, so Landwirtschaftsminister Brunner. Das Untersuchungsprojekt war Teil des von Brunner initiierten Aktionsprogramms „Heimische Eiweißfuttermittel“, das bereits in der Rinderhaltung beachtliche Erfolge erzielt hat.

Bei dem Versuch in Kitzingen wurden konventionelle Masthähnchen in vier Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe diente der Kontrolle und wurde mit einer gängigen Mischung gefüttert, bei den drei Versuchsgruppen wurde das Soja im Futter zu unterschiedlichen Anteilen durch heimische Eiweißquellen wie Erbsen, Rapsprodukte, Sonnenblumenkuchen, Maiskleber und Kartoffeleiweiß ersetzt. In allen Versuchsgruppen sank dabei die Mastleistung um sechs bis sieben Prozent. Vor allem bei den männlichen Tieren waren gegen Ende der Mast größere Unterschiede zwischen den Tieren erkennbar, da offenbar manche Tiere das Futter besser verwerten konnten als andere. Die Produktionskosten würden je nach Anteil der heimischen Futterkomponenten allerdings zwischen zehn und 30 Prozent steigen. „Der Einsatz wird also vor allem davon abhängen, ob der Verbraucher wie bei Eiern bereit ist, dies auch über einen höheren Produktpreis zu honorieren“, sagte Brunner.

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